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Israelischer Luftangriff auf UNO-Posten im Libanon

26. Juli 2006 | 02:35

Bei einem israelischen Luftangriff ist am Dienstagabend ein UNO-Posten im Südlibanon zerstört worden. Dabei wurden laut Angaben der Vereinten Nationen mindestens zwei Blauhelme getötet. Der US-Sender CNN berichtete von vier getöteten UNO-Beobachtern. Laut libanesischen Angaben ist ein Österreicher unter den Opfern. UNO-Generalsekretär Annan zeigte sich "schockiert".

Normalerweise sind auf dem zerstörten UNO-Posten ein österreichischer, ein chinesischer, ein kanadischer und ein finnischer UNO-Beobachter stationiert. Im Verteidigungsministerium in Wien waren vorerst keine Informationen darüber zu erhalten, ob ein Österreicher unter den Opfern ist. Es wurden vorerst auch nur der Fund von zwei Leichen bestätigt.

Der Sprecher der UNO-Beobachtertruppe im Libanon (UNIFIL), Milos Struger, sagte, der Stützpunkt in Chijam nahe der Grenze zu Israel sei von einer Bombe direkt getroffen worden. UNIFIL-Mitarbeiter bemühten sich derzeit, die Opfer aus den Trümmern zu bergen, sagte Struger. Der Beschuss des Gebietes dauere jedoch an.

Annan über Angriff schockiert

"Ich bin schockiert und zutiefst beunruhigt über den offenbar absichtlichen Angriff israelischer Streitkräfte" auf den UNO-Posten, erklärte Annan in der Nacht auf Mittwoch in Rom. Bei dem Luftangriff seien zwei Militärbeobachter der UNO ums Leben gekommen, "zwei weitere tote Beobachter sind zu befürchten". Annan forderte Israel auf, eine vollständige Untersuchung des Vorfalls einzuleiten.

Die israelische Armee tötete am Dienstag zudem nach eigenen Angaben einen ranghohen Kämpfer der radikalen Hisbollah-Miliz. Eine Serie gewaltiger Explosionen erschütterte den Süden der Hauptstadt Beirut. Israel brachte zudem offenbar einen Grenzort völlig unter seine Kontrolle. Auch die Einnahme der Hisbollah-Hochburg Bint Jbeil soll kurz bevorstehen.

Israel machte am Dienstag weiters klar, dass es mittels einer Sicherheitszone im Südlibanon bis zum Eintreffen anderer Streitkräfte militärische Kontrolle behalten will. "Wir müssen einen Sicherheitsstreifen einrichten, der unsere Truppen schützt, bis die internationalen Streitkräfte ankommen", sagte Verteidigungsminister Peretz. Es werde auf jeden geschossen, der dort eindringe.

Massiver israelischer Vorstoß nach Gaza

Bei israelischen Militäroperationen im Gaza-Streifen sind am frühen Mittwochmorgen acht Palästinenser getötet worden. Nach Angaben palästinensischer Ärzte wurden 21 Menschen verletzt. Wie aus palästinensischen Sicherheitskreisen verlautete, rückten israelische Truppen mit Panzern in einen Vorort nordöstlich von Gaza ein. Ein Panzer habe das Feuer auf ein Wohngebiet eröffnet. Allein dabei seien sechs Menschen, darunter ein drei Jahre altes Kind, getötet worden.

Noch vor Morgengrauen hatten israelische Kampfflugzeuge ein Trainingslager einer militanten Palästinensergruppe angegriffen und sechs Menschen verletzt. Ein Mann sei später an seinen schweren Verletzungen gestorben, hieß es.

Internationale Libanon-Konferenz in Rom

Eine internationale Konferenz in Rom soll am Mittwoch Wege aus der Nahost-Krise finden. An dem Treffen in der italienischen Hauptstadt nehmen die Außenminister von 15 Ländern sowie führende Vertreter von drei Weltorganisationen und der EU teil. Neben US-Außenministerin Rice werden auch UNO-Generalsekretär Annan, der EU-Außenbeauftragte Solana und Weltbankdirektor Wolfowitz anreisen. Israel ist nicht vertreten.

Der Libanon wird durch Regierungschef Siniora und mehrere Minister vertreten. Annan wollte bei der Konferenz auf eine Waffenruhe dringen. Diese soll von einer UNO-Truppe in einer Pufferzone zwischen Israel und dem Libanon überwacht werden.

© SN/APA.

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