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Israels Luftwaffe weitet Angriffe im Libanon aus

13. Juli 2006 | 09:48

Die israelische Luftwaffe hat am Donnerstag ihre Angriffe auf den Libanon ausgeweitet und den Flughafen der Hauptstadt Beirut beschossen. Die Hisbollah antwortete mit Raketenangriffen auf Nordisrael. Laut Medienberichten will Israel die Angriffe solange fortsetzen, bis die Hisbollah-Kämpfer aus dem Grenzgebiet abziehen. Außerdem will man eine Luft- und Seeblockade des Libanons durchsetzen.

Beim Bombardement des Flughafens der libanesischen Hauptstadt Beirut seien mindestens sechs Raketen auf Landebahnen des abgefeuert worden, verlautete aus libanesischen Sicherheitskreisen. Dabei wurde laut Sanitätern ein Mensch getötet. Das Abfertigungsgebäude am Beiruter Flughafen und Maschinen wurden bei dem israelischen Angriff nicht beschädigt. Wie groß der Schaden an den Landebahnen ist, war zunächst nicht klar. Mehrere Flüge mussten umgeleitet werden.

Die Angriffe auf den Flughafen sind Teil des Plans den Libanon komplett von der Außenwelt abzuschneiden. "Israel verhängt eine Blockade zu Luft, zu Wasser und zu Land in Rahmen der Operation zur Rückführung seiner zwei entführten Soldaten", teilte der Armeerundfunk am Donnerstag unter Berufung auf den Generalstab mit.

In Israel starb hingegen am Donnerstag eine Frau durch einen Katjuscha-Raketenangriff auf die nordisraelische Stadt Nahariya. Israelische Medien berichteten, die 40-Jährige sei ihren Verletzungen erlegen. Mindestens drei Raketen sollen in der Stadt eingeschlagen haben.

Massive Angriffe

Israel will die Angriffe nach Medienberichten fortsetzen, bis die schiitische Hisbollah-Miliz ihre Kämpfer aus dem Grenzgebiet abzieht. Damit solle die Bedrohung israelischer Grenzorte durch libanesische Katjuscha-Raketen unterbunden werden

Nach der Verschleppung von zwei israelischen Soldaten und der Tötung von acht weiteren durch die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah hatte die israelische Regierung massive Vergeltung angekündigt. Ministerpräsident Olmert machte die libanesische Regierung für die Hisbollah-Angriffe im Grenzgebiet verantwortlich. Auch auf Ziele im Süden des Libanon flog die israelische Luftwaffe wieder Angriffe. Dabei wurden allein in dem Dorf Dweir nach Angaben von Sicherheitskreisen zehn Mitglieder einer Familie getötet, es gab Dutzende von Verletzten.

Der Libanon hat die Einberufung einer Dringlichkeitssitzung des UNO-Sicherheitsrates gefordert. Die libanesische Regierung sei nicht verantwortlich für die Entführung von zwei israelischen Soldaten, mit der Israel seine Angriffe rechtfertigt, erklärte Informationsminister Aridi. Seit 2005 ist die Hisbollah in der libanesischen Regierung vertreten. Der Hisbollah-Funktionär Fneich ist Energieminister, unter schiitischer Leitung steht auch das Außenministerium; der Chef der libanesischen Diplomatie, Faouzi Salloukh, steht der Hisbollah nahe.

Die libanesische Schiitenmiliz will im Austausch für ihre beiden israelischen Geiseln die Freilassung arabischer Häftlinge aus israelischen Gefängnissen erreichen, wie Hisbollah-Chef Nasrallah erklärte.

Auch Kämpfe im Gaza-Streifen

Neben der Front im Norden des Landes zum Libanon setzte das israelische Militär in der Nacht auf Donnerstag auch seine Angriffe im Gazastreifen fort. Dabei nahm die Luftwaffe das palästinensische Außenministerium in Gaza unter Beschuss. Israel war vor zwei Wochen wieder in den Gazastreifen einmarschiert, um einen von palästinensischen Extremisten verschleppten Soldaten zu befreien.

© SN/APA.

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