| Angesichts immer neuer Flüchtlingsdramen im Mittelmeer wollen afrikanische und europäische Staaten die illegale Einwanderung gemeinsam eindämmen. Zum Auftakt einer zweitägigen Migrationskonferenz in der marokkanischen Hauptstadt Rabat rief Frankreichs Staatschef Chirac am Montag die Teilnehmer auf, die illegale Einwanderung "mit Respekt für die Menschenwürde, aber entschlossen" zu bekämpfen.
Im Kampf gegen die illegale Einwanderung müsse es eine engere Zusammenarbeit zwischen den Herkunfts-, Transit- und Zielländern geben, forderte Chirac. "Diesen Kampf wollen wir im Respekt für die Menschenwürde führen, aber mit Entschlossenheit." Es gehe um die Interessen der Menschen, die die Reise nach Europa wagten, um die Interessen der legal in Europa lebenden Afrikaner sowie um die Interessen der Europäer, die sich vor den Auswirkungen der Globalisierung fürchteten, sagte Chirac.
Der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos sagte bei der Eröffnung, die Konferenz solle die Basis für ein "ausgewogenes" Einwanderungsmodell schaffen, das "im Interesse aller" sei. Europa wolle gegen eine unkontrollierte Einwanderung vorgehen, während Afrika ein Interesse daran habe, die Auswanderung seiner Eliten zu verhindern. Die EU-Außenkommissarin Ferrero-Waldner sagte in "Le Matin", die Diskussion dürfe sich nicht auf die Frage der Sicherheit beschränken. Sie forderte eine Verbesserung der Lebensbedingungen in Afrika.
Die 27 afrikanischen und 30 europäischen Teilnehmerstaaten wollen einen Aktionsplan beschließen, der neben verstärkten Sicherheitsmaßnahmen auch Entwicklungsprojekte in den Herkunftsländern der Flüchtlinge vorsieht.
© SN/APA.
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