| Der tot geglaubte australische Bergsteiger Lincoln Hall ist gerettet. Der 50-Jährige sei von seinem Team unterhalb des 8.848 Meter hohen Gipfel des Mount Everest gefunden und in ein beheiztes Zelt geleitet worden, sagte der Amerikaner Dan Mazur am Samstag. Dort habe er die Nacht verbracht und es dann am nächsten Tag aus eigener Kraft in ein 6.400 Meter hoch gelegenes Höhenlager geschafft.
Hall hatte nach Berichten seines ursprünglichen Teams beim Abstieg vom Mount Everest einen Anfall von Höhenkrankheit erlitten. Er habe sich nicht helfen lassen wollen und habe zurückgelassen werden müssen. Das vom Amerikaner Mazur geführte Team kam Stunden später vorbei und fand Hall lebend.
Zwölf Sherpas und ein russischer Arzt hätten den Australier dann in das Zelt auf 7.000 Höhenmeter gerettet, sagte Mazur. Nach den Berichten eines australischen Expeditionsleiters erreichte die Gruppe am Samstag das nächstgelegene Höhenlager. Hall gehe es den Umständen entsprechend gut, allerdings könne er sich derzeit kaum daran erinnern, was geschehen sei, hieß es. Der Gruppe steht noch eine Strecke von weiteren 22 Kilometern bis ins sichere Basislager bevor.
Halls Expeditionsleiter Alexander Abramow hatte am Freitag berichtet, der Australier sei knapp unter dem Gipfel des Mount Everest gestorben. In einem Anfall von Höhenkrankheit mit Hirnödem habe er sich von seinen beiden Sherpas nicht helfen lassen wollen. Er habe die Orientierung verloren und eine akuten Psychose erlitten. Die Begleiter hätten ihn zurücklassen müssen, weil der mitgeführte Sauerstoff knapp geworden sei.
Die Expedition war Halls zweiter Versuch, den höchsten Berg der Welt zu bezwingen. Hall gehörte 1984 zur ersten australischen Everest-Expedition. Damals zog er sich schwere Erfrierungen zu und verlor mehrere Zehen.
© SN/APA.
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