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Bush und Hu nähern sich bei Iran-Frage kaum an

20. April 2006 | 18:00

Trotz versöhnlicher Gesten sind sich US-Präsident Bush und sein chinesischer Amtskollege Hu Jintao bei ihrem ersten Treffen im Weißen Haus in wichtigen Streitfragen kaum näher gekommen. Hu reagierte am Donnerstag in Washington kühl auf Bushs Drängen, Peking möge stärkeren Druck auf den Iran und Nordkorea ausüben, um die Länder am Bau von Atomwaffen zu hindern.

Nur beim seit langem schwelenden Handelsstreit kündigte Hu an, China werde seine Währung weiter aufwerten sowie Handelsschranken abbauen und damit die Bedingungen für US-Importe verbessern. Keine Reaktion erhielt Bush auf seine Aufforderung, Peking solle die Menschenrechte in China stärker achten.

Bush forderte Hu auf dem Rasen vor dem Weißen Haus auf, enger mit den USA zusammenzuarbeiten, um den Streit um das iranische Atomprogramm zu lösen. Die USA plädieren für scharfe UNO-Sanktionen und schließen auch eine militärische Aktion gegen das Land nicht aus. Damit will Washington sicher gehen, dass der Iran unter dem Deckmantel der Arbeit an Atomkraftwerken nicht Kernwaffen baut. China und Russland lehnen dagegen Zwangsmaßnahmen weitgehend ab.

Der Gast aus China versprach Bush, sich diplomatisch für eine Entspannung in den Atomkonflikten mit dem Iran und Nordkorea einzusetzen. Er brachte überdies seinen Wunsch nach einer engeren Zusammenarbeit mit den USA zum Ausdruck. Dies könne "zum Nutzen unserer Bevölkerungen und der ganzen Welt" sein. Bush sagte, Hu solle seinen "beachtlichen Einfluss" nutzen, um Nordkorea von seinem militärischen Atomprogramm abzubringen.

Trotz der hohen Sicherheitsvorkehrungen konnte sich eine Anhängerin der in China verbotenen Sekte Falun Gong unter die anwesenden Journalisten mischen. Sie unterbrach die Äußerungen Hus mit Rufen wie "Falun Gong ist gut". Die Frau hatte sich mit einem Presseausweis Zugang verschafft und wurde von Sicherheitskräften abgeführt.

© SN/APA.

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