| Bei einer Weltraumkonferenz am Mittwoch und Donnerstag in Graz soll ein gemeinsames europäisches System zur Erdbeobachtung diskutiert werden. Das System "Global Monitoring for Environment and Security" (GMES) habe auch einen direkten Nutzen für den einzelnen Bürger, sagte Wolfgang Baumjohann, Direktor des Instituts für Weltraumforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Einen sichtbaren zivilen Anwendungsbereich in der Weltraumforschung finde man in zwei Bereichen: dem EU-Navigationssystem Galileo und GMES, so Baumjohann. Mit dem "Global Monitoring for Environment and Security" könne man beobachten, wie sich die Umwelt verändert, Naturkatastrophen wie Flutwellen oder Lawinen eher erkennen oder die Kontrolle von Tankerunglücken ermöglichen.
"Es geht hier um länderspezifische Dinge", erklärte der Direktor. In Spanien würde man wahrscheinlich Brände über die Satelliten beobachten. Das System könnte auch in Sicherheitsfragen zum Einsatz kommen, außerdem könnten daraus Vorteile für die Landwirtschaft gezogen werden.
"Bei der Konferenz wird auch diskutiert, wer die Nutzer eines solchen Systems sein können und was der Kundennutzen sein kann", erläuterte Baumjohann. Als Nutzer kämen auch Regierungsstellen in Frage. Diese hätten im Auftrag des Bürgers bestimmte Aufgaben zu erfüllen, die mit einem Satellitensystem besser und schneller möglich seien.
Den Kern des Systems, das 2012 einsatzbereit sein soll, werden voraussichtlich französische und italienische Satelliten bilden. Österreich sei bei GMES eher der kleinere Partner, so der Direktor.
© SN/APA.
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