| Das Auftreten des gefährlichen Vogelgrippe-Virus H5N1 bei Wildvögeln und Truthähnen hat vielen Europäern den Appetit auf Geflügelprodukte offenbar verdorben. Auch in Österreich ist der Konsum von Geflügelprodukten mittlerweile gegenüber dem Vorjahreszeitraum um ein Viertel zurückgegangen. Bei ganzen Hühnern gibt es sogar ein Minus von 40 Prozent.
Die EU-Agrarminister beraten am Montag in Brüssel neuerlich über mögliche Entschädigungsmaßnahmen für Geflügelproduzenten in Europa. "Wir beobachten die weitere Marktentwicklung und sind in engem Kontakt mit der Geflügelwirtschaft", hieß es aus dem Landwirtschaftsministerium. Es sei aber zu früh, um über Entschädigungen zu entscheiden.
Die stärksten Konsumeinbrüche in der EU gab es bisher in Italien und Griechenland mit einem Rückgang um 50 Prozent, gefolgt von Frankreich mit minus 30 Prozent. Italien hat bereits eine Entschädigung seiner Geflügelbauern mit 100 Mio. Euro aus nationalen Geldern angekündigt und die entsprechenden Beschlüsse teilweise auch schon in Brüssel angemeldet. Frankreich hat 52 Mio. Euro aus nationalen Budgets zur Verfügung gestellt.
In Summe schätzt Brüssel den Rückgang im EU-Geflügelkonsum auf 10 Prozent. Entsprechend voll sind die Geflügelbetriebe: Insgesamt gibt es in der EU derzeit 264.000 Tonnen schlachtreifes Geflügel mehr als im Normalmaß. Daher verlangen einige Mitgliedstaaten etwa Geld für private Lagerhaltung.
Aus der EU-Kommission verlautet allerdings, dies sei bei Geflügel wegen des kurzen Produktionszyklus - Masthühner brauchen maximal sechs Wochen vom Schlüpfen bis sie auf den Teller kommen - nicht die beste Option. Überlegenswert sei hier, die Betriebe dafür zu zahlen, dass sie erst gar nicht produzieren.
© SN/APA.
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