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Schutz-, Überwachungs-, Risikozonen

Tristesse bei Geflügelhändlern am Wiener Naschmarkt

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H5N1-Virus in Mellach in zweitem Test bestätigt

15. Februar 2006 | 11:02

Eine zweite Testserie an den im steirischen Mellach gefundenen toten Schwänen hat Mittwoch den Vogelgrippe-Verdacht bestätigt. Die mit einer alternativen Methode vom Labor der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) an Eierkulturen durchgeführte Untersuchung habe ebenfalls den H5N1-Virus nachgewiesen, hieß es aus dem Büro von Agrarlandesrat Hans Seitinger.

Das Referenzgutachten aus dem EU-Labor Weybridge, das endgültige Gewissheit bringen wird, soll Anfang kommender Woche vorliegen. Nach Mitteilung von Landesveterinärdirektor Peter Wagner wurde ein weiterer toter Schwan aus Mellach positiv befundet. Mittwochmittag erfolgte am Stausee Mellach übrigens eine weitere Bergung von zwei toten Wasservögeln, einem Schwan und einem Haubentaucher.

Stallpflicht nur in bestimmten Regionen

Noch nicht klar war zunächst, ob die Stallpflicht auf das gesamte Bundesland ausgeweitet wird: Seitinger erklärte, er werde dies Gesundheitsministerin Rauch-Kallat empfehlen. Eine Entscheidung wird nicht vor Donnerstagmittag erwartet. Per Verordnung geregelt wurde indes die Einbeziehung der Risikozonen entlang der südlichen Mur und an Gewässern der Obersteiermark inklusive der Seen im Ausseeland in die Stallpflicht. Zudem wurden in Kärnten, in Niederösterreich, im Burgenland und in einigen Bezirken in Wien die Stallpflicht für Geflügel eingeführt.

Inzwischen sind in der Schutzzone um Mellach die Maßnahmen zur Umsetzung des Krisenplans angelaufen. Vom Bürgermeister wurden Warnhinweise an den Ortstafeln angebracht, 15 Tierärzte waren in den Schutz- und Überwachungszonen unterwegs, um die Geflügelhalter zu informieren und die Einhaltung der Stallpflicht zu kontrollieren. Die Schutzzone umfasst neun Gemeinden und 30 Geflügelbetriebe im Umkreis von drei Kilometern um das Kraftwerk Mellach, die Überwachungszone erstreckt sich im Umkreis von zehn Kilometern von Mellach auf 36 Gemeinden mit rund 1.700 Betrieben mit Geflügelhaltung.

Bevölkerung reagierte bisher besonnen

Die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten reagierte gelassen und besonnen. Auch in den steirischen Apotheken wurde keine gestiegene Nachfrage am Influenza-Medikament Tamiflu registriert. Dennoch bestand erhöhtes Informationsbedürfnis: Bei der am Dienstag eingerichteten Vogelgrippe-Hotline des Landes wurde eine Verdoppelung der Anrufer verzeichnet - vier bis fünf Veterinär- und Humanmediziner gaben Auskunft. Auch bei der Hotline der AGES liefen die Telefone heiß.

Grüne Kritik an Rauch-Kallats Krisenmanagement

In der Zwischenzeit warfen die Grünen der Gesundheitsministerin ein schlechtes Krisenmanagement nach dem Bekanntwerden der beiden Fälle vor. Die stv. Grüne Bundessprecherin Glawischnig sprach von "massivem Kommunikationsversagen" und ortete Ungereimtheiten bei den getroffenen Gegenmaßnahmen. Glawischnigs Kritik: Es könne nicht sein, dass der betroffene Bürgermeister erst aus den Medien von den Vogelgrippe-Verdachtsfällen erfahre.

Auch Deutschland betroffen

Unterdessen hat die Vogelgrippe auch Deutschland erreicht. Der Verdacht, dass zwei verendete Schwäne, die zwischen den Inseln Rügen und Hiddensee gefunden worden sind, das aggressive H5N1-Virus in sich getragen haben, hat sich erhärtet. Der deutsche Agrarminister Seehofer bezeichnete die Lage als ernst und kündigte an, dass die bundesweite Stallpflicht für das Federvieh in Deutschland bereits an diesem Freitag beginnen werde. Als Reaktion auf diesen Verdachtsfall haben die Gesundheitsbehörden in Schweden und Norwegen in der Nacht auf Mittwoch die Geflügelhaltung im Freien verboten.

© SN/APA.

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