| Ein französisches Satire-Magazin hat am Mittwoch die umstrittenen dänischen Mohammed-Karikaturen ebenfalls veröffentlicht und dies mit der Verteidigung der Meinungsfreiheit begründet. Die Wochenzeitschrift "Charlie-Hebdo" druckte auf ihrer Titelseite eine neue Darstellung des Propheten, der sein Gesicht in den Händen vergräbt und dabei erklärt: "Es ist schwer, von Narren geliebt zu werden."
Im Inneren des Heftes sind dann die zwölf ursprünglich in einer dänischen Zeitung veröffentlichen Zeichnungen zu sehen. Zudem befinden auf der Rückseite Karikaturen mit Motiven aus anderen Religionen, darunter zum Christentum und Judentum.
"Wenn Extremisten Demokratien in Grundsatzfragen Zugeständnisse abringen, ob durch Erpressung oder Terror, sind die Demokratien bald am Ende", erklärte Redakteur Philippe Val in einem Kommentar der Zeitschrift. Französische Moslemgruppen hatten vergeblich versucht, die Veröffentlichung der Karikaturen von einem Gericht verbieten zu lassen. Aus Kreisen der Redaktion verlautete, die Büros und einige der Mitarbeiter hätten Polizeischutz erhalten.
Die Islamische Weltliga will nach Angaben eines Pariser Anwalts gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in Frankreich vor Gericht ziehen. Wie Med Salah Djemaï erklärte, sieht die Nichtregierungsorganisation (NGO) mit Sitz im saudiarabischen Mekka in der Publikation der umstrittenen Zeichnungen "rassistische Beleidigungen und Aufstachelung zum Rassenhass". Er werde deswegen in den nächsten Tagen Klage bei den Ermittlungsrichtern in Paris einreichen. Die Islamische Weltliga solle dabei als Nebenklägerin auftreten.
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