| Die radikal-islamischen afghanischen Taliban-Rebellen streben die Ermordung der Zeichner der umstrittenen Mohammed-Karikaturen an. Ein ranghoher Befehlshaber bot hundert Kilogramm Gold für denjenigen, der den für die "gotteslästerlichen" Karikaturen verantwortlichen Cartoonisten töte. Indes riefen Politiker und Religionsvertreter aus aller Welt zu Mäßigung in dem Streit auf.
Einer der zwölf Karikaturisten, die für die dänische Zeitung "Jyllands-Posten" die umstrittenen Bilder Mohammeds angefertigt haben, hat sich gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" bestürzt über die Folgen der Veröffentlichung geäußert. Er und seine elf Kollegen wurden schon zuvor mit dem Tod bedroht; sie stehen alle unter Polizeischutz.
Die Eskalation des Konfliktes sei auch durch "Lügen der Imame" geschürt worden, die auf einer Reise durch den Nahen Osten Mohammed-Abbildungen gezeigt hätten, die keiner der dänischen Zeichner angefertigt habe, sagte der Karikaturist.
US-Präsident Bush forderte die Regierungen am Mittwoch dazu auf, der Gewalt ein Ende zu setzen. EU-Ratsvorsitzender Bundeskanzler Schüssel sprach sich für ein Ende der Provokationen aus.
Österreich als EU-Vorsitzland regte an, dass der EU-Außenbeauftragte Solana in die moslemischen Länder reisen möge, um dort eine neue Gesprächsbasis herzustellen. Solana kündigte an, er wolle sich die gesamte kommende Woche Zeit nehmen, um arabische Staaten zu bereisen und mit den dortigen Politikern und Vertretern der Gesellschaft zusammenzutreffen.
Auch König Abdullah von Jordanien rief bei einem Treffen mit Bush im Weißen Haus zu einem Ende der Gewalt auf. Proteste, die zu Todesopfern und Zerstörung führten, seien nicht akzeptabel, sagte der Monarch. In Deutschland erklärten 14 Moslemverbände ihre Ablehnung der gewaltsamen Proteste.
© SN/APA.
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