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Alarmierende Lage in der Westsahara

04. November 2005 | 12:24

Die Lage in der von Marokko besetzten Westsahara ist in den vergangenen drei Jahrzehnten noch nie so angespannt gewesen wie derzeit. Das erklärte der Vorsitzende der Sahara-Menschenrechtsorganisation, Messaoud. In der marokkanischen Zeitung "Le Maroc" erhob Messaoud am Freitag schwere Vorwürfe gegen die marokkanischen Sicherheitskräfte.

Die Spannungen hängen mit dem bevorstehenden 30. Jahrestag des "Grünen Marschs" zusammen, mit dem Marokko 1975 die Besetzung der ehemaligen spanischen Kolonie Westsahara eingeleitet hatte. Das Europäische Parlament hat in einer in der vergangenen Woche verabschiedeten Westsahara-Resolution die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen durch Marokko kritisiert.

Von den marokkanischen Behörden wurde insbesondere Aufklärung über das Schicksal von mehr als 500 verschwundenen Menschen gefordert. Als besonders positiv bezeichnete die SPÖ-Europaabgeordnete Karin Scheele die Tatsache, dass das Parlament nicht dem marokkanischen Druck im Vorfeld der Abstimmung nachgegeben habe.

In der UNO-Sicherheitsrats-Resolution 1429 war das Selbstbestimmungsrecht der Westsahara-Bevölkerung anerkannt worden. Während die in Algerien etablierte Exilregierung der Demokratischen Republik Sahara (DARS) dem vom ehemaligen US-Außenminister Baker ausgearbeiteten UNO-Referendums-Plan zugestimmt hat, wird dieser von Marokko abgelehnt.

Die Befreiungsorganisation "Frente Popular para la Liberacion de Saguia el Hamra y Rio de Oro" (Polisario) hatte 1976 die DARS ausgerufen, die von über achtzig Staaten anerkannt wird. Marokko hat große Anstrengungen unternommen, um die Westsahara durch massiven Bevölkerungstransfer an sich zu binden.

Der Baker-Plan sieht vor, die Bevölkerung bis 2008 in einem Referendum darüber entscheiden zu lassen, ob sie die volle Unabhängigkeit will oder zu Marokko gehören möchte.

© SN/APA.

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