| Das Medikament gegen Vogelgrippe "Tamiflu" ist in ganz Österreich ausverkauft. Laut dem Pharmagroßhandel Herber - Chemosan AG ist erst nächste Woche wieder mit Nachschub der begehrten Pillen zu rechnen. Vergangenes Wochenende hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor der Ausbreitung der Vogelgrippe gewarnt, und die Länder zu raschen Vorbereitungen gemahnt.
"Durch die erhöhte Bedrohungslage einer Pandemie in Österreich gibt es eine sehr hohe Nachfrage nach Tamiflu. Da es das einzige wirksame Mittel gegen die Vogelgrippe ist, kommt es weltweit zu Lieferungsengpässen. Wir erwarten aber in den nächsten Tagen die nächste größere Lieferung, die dann sofort weiterverteilt wird", sagte Martin Hangarter, Österreich-Chef des Pharmaherstellers Roche.
Zwar sei das Virus derzeit nur schwer auf den Menschen übertragbar, sagte der Leiter des Influenza-Programms der WHO, Klaus Stöhr, am Wochenende. Sollte sich der Erreger aber verändern und von Mensch zu Mensch ausbreiten, wäre eine globale Seuche möglich, "wie wir sie vielleicht noch nicht gesehen haben". Das Virus werde sich dann sehr schnell ausbreiten. Deshalb seien Vorsorgemaßnahmen dringend angezeigt.
Dennoch werde es in der Europäischen Union vorerst kein EU-weites Verbot der Freilaufhaltung von Geflügel geben, um eine mögliche Ausbreitung der Vogelgrippe aus Russland nach Europa zu verhindern. Experten aus den 25 EU-Staaten konnten sich am Donnerstag in Brüssel nicht darauf einigen, das in den Niederlanden bereits geltende Freilandverbot für Hühner und anderes Geflügel für die gesamte Union vorzuschreiben. Die Kontrollen des Geflügels in der EU sollen jedoch verstärkt werden, teilte ein Sprecher der EU-Kommission in Brüssel mit.
© SN/APA.
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