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Gewaltsame Proteste in Israel gegen Gaza-Abzug

15. August 2005 | 11:02

Jüdische Siedler haben in der Nacht zu Montag mit gewaltsamen Protesten gegen den beginnenden Abzug aus dem Gazastreifen demonstriert. Aufgebrachte Siedler zündeten Autoreifen an und schlugen Fensterscheiben von Autos ein. Die Räumung der Siedlungen hat am Sonntagabend offiziell begonnen. Die israelische Regierung hat indes am Montag die zweite Abzugsphase beschlossen.

Der Kissufim-Übergang an der Grenze zwischen Israel und dem südlichen Gazastreifen wurde in der Nacht geschlossen. Um Mitternacht begann eine letzte Frist von 48 Stunden, um das Gebiet zu räumen. Israelische Einsatzkräfte sollen von Haus zu Haus gehen, um die rund 8.000 Siedler zum Abzug aufzufordern; wer noch in den verbleibenden insgesamt 21 Siedlungen angetroffen wird, büßt einen Teil seiner Entschädigung von der Regierung ein.

Ab Mittwoch beginnt die israelische Armee mit der notfalls gewaltsamen Zwangsräumung der Siedlungen. Nach Schätzungen des Militärs haben sich in den vergangenen Wochen etwa 4.000 Abzugsgegner in den Gazastreifen eingeschleust, um den israelischen Rückzug zu behindern. Zahlreiche Palästinenser haben unterdessen den Abzug gefeiert.

Die israelische Regierung hat am Montag die zweite Phase des Abzugs aus dem Gazastreifen beschlossen. Der israelische Rundfunk berichtete, 16 Minister hätten für die Räumung aller Siedlungen im Gush-Katif-Block votiert. Dagegen stimmten vier Minister. In dem monatelangen Streit um den Abzug war vereinbart worden, dass das Kabinett phasenweise die endgültige Zustimmung erteilen muss.

Verteidigungsminister Mofaz erklärte am Montag in Jerusalem, dass Israel auf alle Fälle sechs große Siedlungszonen im Westjordanland annektieren werde. Die "Roadmap" zum Frieden sieht einen unabhängigen palästinensischen Staat im Westjordanland und Gaza-Streifen vor. Nach den Vorstellungen von Premier Sharon soll Israel große Teile des Westjordanlandes annektieren, was im Widerspruch zur Roadmap steht.

© SN/APA.

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