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Kollegen nahmen Abschied von totem Elefantenpfleger
02. März 2005 | 13:52

Die Mitarbeiter des Tiergartens Schönbrunn sowie Freunde und Familie hatten am Mittwoch früh Gelegenheit, Abschied von ihrem Kollegen Gerd Kohl zu nehmen. Der 39-Jährige Elefantenpfleger war am 20. Februar vom dreijährigen Bullen Abu attackiert und tödlich verletzt worden.

Damit alle Angestellten die Möglichkeit hatten, an der Zeremonie in der Feuerhalle Simmering teilzunehmen, blieb der Tiergarten am Mittwoch geschlossen. Die Beisetzung Kohls wird zu einem späteren Zeitpunkt im engen Familienkreis in Deutschland stattfinden.

Die Info-Illustrierte "News" hält unterdessen nach dem Tod des Pflegers die Diskussion um die Elefantenhaltung im Tiergarten Schönbrunn am köcheln: In der neuesten Ausgabe kommen ein Deutscher und ein Schweizer, die von dem Blatt als Experten tituliert werden, mit Kritik an der Direktion zur Wort.

"Die Elefantenhaltung im Schönbrunner Zoo ist ein absolutes Auslaufmodell, das nicht aufrechtzuerhalten ist", wird der Münchner Alexander Haufellner zitiert. Schönbrunns Vizedirektor Dr. Harald Schwammer stellte jedoch auf Anfrage der APA klar, dass Haufellner ein Werbefachmann sei, der sich als Hobby-Elefantenliebhaber zwar seit Jahren mit der Materie befasst, aber "Null praktische Erfahrung besitzt".

In die selbe Kerbe schlug gegenüber "News" Ruedi Tanner, der vier Jahrzehnte lang Elefantenchef im Züricher Zoo war und dort selbst eine Elefantenkuh nach einem tödlichen Zwischenfall einschläfern musste: "Sofort nach den ersten Attacken Abus hätte Herr Schwammer Kohl schützen müssen und keinen direkten Kontakt mehr erlauben dürfen. Denn alleine mit einem Elefanten in der Box zu sein, ist grob fahrlässig - eine Todsünde in der Elefantenhaltung."

"Von tatsächlichen Experten von Sri Lanka bis England gibt es gegenteilige Expertisen, die uns eine moderne Haltung attestieren", konterte Schwammer die Angriffe.

© SN/APA.

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