| US-Präsident Bush und der deutsche Bundeskanzler Schröder haben einen Neuanfang der deutsch-amerikanischen Beziehungen beschworen. Bush betonte bei seinem Besuch am Mittwoch in Mainz die große Bedeutung Deutschlands für Europa und damit auch für die USA. Die Differenzen wegen des Irak-Kriegs seien Vergangenheit, erklärte Schröder nach den politischen Gesprächen.
Europa sei der engste Verbündete der USA, sagte Bush. Deutschland bezeichnete er als "Herz Europas". Schröder betonte, der US-Präsident und er hätten ein "außerordentlich erfolgreiches und außerordentlich freundschaftliches Gespräch" geführt.
Zu den unterschiedlichen Einschätzungen zum Irak-Krieg meinte der Bundeskanzler: "Das ist Vergangenheit." Sowohl Deutschland als auch die USA hätten ein gemeinsames Interesse an einem stabilen Irak. Bush dankte Deutschland für seinen "lebenswichtigen Beitrag" zum Wiederaufbau im Irak.
Anders als früher beim Irak gibt es beim Iran völlige Übereinstimmung. Ziel ist, einen Atomwaffenverzicht des islamischen Staates zu erreichen. Bush würdigte die Zusammenarbeit Deutschlands mit Großbritannien und Frankreich beim Versuch einer diplomatischen Lösung, an der sich auch die USA beteiligen wollten. Allerdings will sich der US-Präsident "alle Optionen" offenhalten.
Eine gemeinsame Linie fanden die beiden Politiker auch im Atomstreit mit dem Iran. "Es ist unabdingbar, dass die Iraner die Welt mit einer Stimme sprechen hören", sagte Bush am Mittwoch. Schröder fügte hinzu, Deutschland und die USA und seien sich einig in dem Ziel, Iran zum Verzicht auf atomare Waffen zu bewegen. Dies müsse friedlich erreicht werden. Bush schloss dagegen ein militärisches Vorgehen erneut nicht aus. Irans Außenminister Kamal Kharrasi sagte indes in Teheran, sein Land sei "entschlossen", die Uran-Anreicherung wieder aufzunehmen.
Darüber hinaus vereinbarten Bush und Schröder, mit einem gemeinsamen Aktionsprogramm die Zusammenarbeit beim Klimaschutz, bei der Sicherung der Energieversorgung und der Versorgung vor allem für arme Länder zu verstärken.
Die massiven Sicherheitsvorkehrungen anlässlich des Bush-Besuchs legten den Verkehr im Rhein-Main-Gebiet zeitweise lahm gelegt. Das befürchtete Verkehrschaos auf Straßen und Schienen blieb aber aus. Angesichts mindestens 150 ausgefallener Flüge erwägt die Lufthansa allerdings Schadenersatzforderungen. In Mainz demonstrierten mindestens 12.000 Menschen - und damit fast doppelt so viele wie von Veranstaltern erwartet - friedlich gegen den Besuch des amerikanischen Präsidenten.
© SN/APA.
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