| Das Rätselraten um den erwarteten Rücktritt des St. Pöltener Bischofs Kurt Krenn geht weiter. Auch Donnerstagmittag wurde kein entsprechendes "Bulletino" vom Presseamt des Heiligen Stuhls veröffentlicht. Aus der Umgebung des Bischofs war zu hören, Krenn habe - entgegen anders lautenden Meldungen - kein Rücktrittsgesuch unterschrieben.
Krenn sei zwar tatsächlich in der Vorwoche in Rom vom Präfekten der Bischofskongregation, Kardinal Giovanni Battista Re, ein Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen nahe gelegt worden, hieß es. "Unterschrieben hat er dabei nichts", so ein Insider. Ein Rücktrittsgesuch sei ein persönlicher Brief an den Papst, der jedoch noch nicht abgeschickt worden sei.
Diese Darstellung deckt sich auch mit einer Ankündigung des Herausgebers der ultra-konservativen katholischen Monatsschrift "Der 13.", Friedrich Engelmann. Gegenüber der APA berichtete er, dass er kommende Woche eine Sondernummer veröffentlichen werde, wonach Krenn kein Rücktrittsgesuch unterschrieben habe. Und ohne ein derartiges Gesuch könne es nun einmal keinen Rücktritt geben.
Krenn selbst hat sich indessen in der Wochenzeitung "Die ganze Woche" zu Wort gemeldet: "Mir geschieht großes Unrecht", so Krenn wörtlich. "Es ist schlimm, was hierzulande gegen mich vorgebracht wird, aber da kannst halt nix machen. Der liebe Heiland ist auch nicht gut behandelt worden. Und wenn ein Mitbruder einem anderen quasi den Dolch in den Rücken sticht, dann kann ich nur sagen, auch die Kirche besteht nur aus Menschen."
Krenn gibt sich gleichzeitig realistisch: "Im Letzten stehen wir dort, wo Gott uns sieht. Krankheit ist ein Schicksal, welches ich mit dem Papst teile, wenngleich er noch viel mehr zu ertragen hat. Ich habe Zucker, aber sonst bin ich gesund. Wenn ich nun ins Abseits gestellt werde, falle ich in kein schwarzes Loch."
© SN/APA.
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