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Chronik

Extreme Gewaltdurch 16-jährige Räuber

31. März 2007

Mit äußerster Brutalität gingen drei 16-jährige Räuber in Zell auf einen Bäcker los. Sie traten dem Mann ins Gesicht, bis ihre Schuhe voll Blut waren.

ZELL am SEE (SN-chr). Drei Tage verbrachte Überfallopfer Christian Rieser aus Maishofen im Zeller Krankenhaus. Er hat erhebliche Verletzungen im Gesicht, vor allem sein Auge ist betroffen. Der Bäcker wurde Mittwochnacht am Zeller Bahnhof überfallen, alle drei Täter waren 16-jährige Jugendliche.

"Sie sind mir entgegengekommen. Einer der Burschen hat mir seinen Kopf mit voller Wucht ins Gesicht geschlagen - und das ohne Vorwarnung. Das nächste, was ich weiß, ist, dass ich mit voller Kraft geschlagen wurde", berichtet das Opfer im Gespräch mit den SN am Freitag. "Dann kamen die Tritte. Ins Gesicht, auf den Kopf und den ganzen Körper. Sogar gegen mein ohnehin schon verletztes Auge sind sie mir gestiegen. Bleibende Schäden wird es aber keine geben, hoffe ich", berichtet Rieser.

Was den Fall des Räubertrios aus der Masse ähnlicher Taten hervorhebe, sei die extreme Gewalttätigkeit der jungen Kriminellen, sagt der Pinzgauer Bezirkspolizeikommandant Arno Kosmata. "Bei einem der Täter waren die weißen Turnschuhe völlig rot vor Blut. Die Burschen müssen auf den Mann immer wieder eingetreten haben, als der bereits auf dem Boden lag und sich nicht mehr wehren konnte. Die haben sich so verhalten, wie sie es offenbar in einschlägigen Fernsehfilmen gesehen haben."

Der Bäcker sei gar nicht erst angesprochen, sondern sofort niedergeschlagen worden. Nachdem sie dem Mann sein Handy und wenige Euroscheine entrissen hatten, flüchteten die Verdächtigen in Richtung Schüttdorfer Promenade. Dort nahm sie die Polizei in Empfang.

Die Kriminellen wehrten sich mit Gewalt, konnten von den Beamten aber überwältigt werden. Schnell stellte sich heraus, dass der kroatische, der deutsche und der österreichische Staatsbürger kurz zuvor auch ein 19-jähriges Mädchen überfallen und ausgeraubt hatten. Der Polizeibericht vermerkt, dass "das Opfer von einem der Angreifer sexuell genötigt" worden sei. Zusätzlich sollen die Burschen beim Zeller Bahnhof mehrere Scheiben eingeschlagen haben. Sie waren bei ihren Taten leicht alkoholisiert und "dadurch enthemmt", sagt Kosmata. Dass die Täter wegen des Alkohols nicht mehr gewusst hätten, was sie taten, sei aber auszuschließen.Einer der Burschen kam aus "gutem Hause" Nun sitzen die drei Räuber in Salzburg in Haft. "Einer von ihnen ist bereits wegen Drogendelikten aufgefallen, die anderen sind unbekannt", hieß es bei der Polizei. Keiner der drei sei arbeitslos, einer gehe noch zur Schule. Von wenigstens einem Burschen sei bekannt, dass er aus gutem Hause stamme. Die Strafanzeigen lauten auf schweren Raub, Sachbeschädigung und geschlechtliche Nötigung.

© SN.

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