| Geplante Löwenanlage könnte Weg zu Laichplätzen abschneiden
Gudrun DoringerSalzburg (SN). Der Umzug des Löwen "Stinki" in ein neues Gehege des Tiergartens Hellbrunn könnte sich verzögern. Wie von den "Salzburger Nachrichten" berichtet, hatte ein Paar aus Oberösterreich dem Zoo ein Haus vererbt und so die geplante Löwenanlage möglich gemacht.
Nun kommen dem Löwen seltene Sprungfrösche ins Gehege: Deren Wanderschaft zu den Laichplätzen könnte genau durch "Stinkis" neue Bleibe führen, beanstandet die Landesumweltanwaltschaft. Der Sprungfrosch, auch Rana Dalmatina genannt, steht auf der roten Liste jener Tiere, die in Österreich zu den gefährdeten Arten zählen.
"Die Frösche sind durch Verbauungen des Tiergartens ohnehin beeinträchtigt. Ihnen den Weg zu den Laichplätzen abzuschneiden, wäre ein Fehler", meint Markus Pointinger von der Landesumweltanwaltschaft.
Am Freitag erfolgten aus diesem Grund die ersten Froschzählungen in Hellbrunn. Um diese Jahreszeit kommen die Frösche vom Hellbrunnerberg an den Anifer Alterbach zum Laichen. "Das letzte Mal kartiert wurde der Frosch im Jahr 1960", erklärt Zoodirektorin Sabine Grebner. "Er ist wirklich sehr selten. Wir sind ein Tier- und Artenschutzzentrum. Es wird eine Lösung geben, die das Projekt Löwenanlage nicht zerstört, aber auch die Frösche berücksichtigt."
Ob die Frösche dem Löwen denn auch schmecken würden, konnte Robert Patzner vom Institut für Zoologie an der Universität Salzburg nicht so genau beantworten: "Wo der Löwe herkommt, gibt es normalerweise keine Frösche. Aber ich könnte mir vorstellen, dass er ihnen zum Zeitvertreib auflauert."
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