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Aussenpolitik

Frauen erobern die Parlamente der Welt

03. März 2007

Arabische Länder sind die Schlusslichter - Die Emirate und Nordkorea liegen vor den USA

New York (SN, Reuters). Der Frauenanteil in den Parlamenten ist weltweit so hoch wie noch nie zuvor. Im vergangenen Jahr seien 17 Prozent der Parlamentarier weltweit weiblich gewesen, berichtete die Inter-Parlamentarische Union (IPU) am Donnerstag in New York. Das seien sechs Prozentpunkte mehr als noch ein Jahrzehnt zuvor, betonte die internationale Vereinigung der Parlamente souveräner Staaten.

Die höchsten Frauenanteile haben IPU zufolge die Parlamente Ruandas und Schwedens mit jeweils fast der Hälfte. Mit deutlichem Abstand folgen Länder wie Costa Rica, Finnland, Norwegen und Dänemark. Deutschland bringt es mit 31,6 Prozent weiblichen Bundestagsabgeordneten auf den 15. Platz. Die Parlamente der USA (16,3 Prozent) und Frankreichs (12,2 Prozent) folgen deutlich hinter Staaten wie den Vereinigten Arabischen Emiraten (22,5 Prozent) und Nordkorea (20,1 Prozent). Unter den Weltregionen hält Europa mit 19,1 Prozent den Spitzenplatz, das Schlusslicht bilden die arabischen Staaten mit 8,6 Prozent Frauenanteil unter den Parlamentariern.

35 der weltweit 262 Parlamente - mitgezählt wurden auch Oberhäuser wie der italienische Senat - werden nach den vorliegenden Angaben mittlerweile von Präsidentinnen geleitet (auch in Österreich), was ebenfalls ein Rekordwert ist.

Erstmals haben es Frauen auf die Spitzenposten der Volksvertretungen in Gambia, Israel, Swasiland, Turkmenistan und den USA geschafft. Die bekannteste von ihnen dürfte Nancy Pelosi sein, die neue Präsidentin des US-Repräsentantenhauses.

"Die schlechte Nachricht ist, dass der Zuwachs des Frauenanteils langsamer ist als im Vorjahr", sagte IPU-Generalsekretär Anders Johnsson. "Wenn unser Ziel Parität in den Parlamenten ist, werden wir bis zum Jahr 2077 warten müssen, um dieses Ereignis zu feiern." Als Gegenmittel empfiehlt die IPU Quotenregelungen. Wo es solche Systeme schon gebe, sei der Frauenanteil deutlich höher als in Staaten ohne Quote.

© SN.

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