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Österreich

Rumänische Büffel in Linz getötet

27. Februar 2007


36 rumänische Wasserbüffel wurden im Schlachthof der Linzer Firma Handlbauer offenbar zu Testzwecken getötet. "Ein Einzelfall", sagte ein Firmensprecher.

Heinz BayerLinz, Salzburg (SN). 36 Wasserbüffel aus Rumänien wurden in Lastwagen rund 1200 Kilometer nach Linz transportiert und dann geschlachtet.

"Wir wurden im Vorfeld informiert. Es war eine Probeschlachtung", erklärte Karl Wampl, der Veterinärdirektor des Landes Oberösterreich, den SN auf Anfrage. Nachsatz: "Da wollte offenbar jemand etwas daran verdienen. Europa hat sich diesen Markt eröffnet. Da laufen die Geschäfte eben in beide Richtungen ab."

Die Tiere hauchten Anfang Februar in der Großmetzgerei der Firma Handlbauer in Linz ihr Leben aus. Das Unternehmen wollte erkunden, ob Büffelfleisch bei österreichischen Konsumenten den Geschmacksnerv treffe.

"Kein Vergleich mit dem Estland-Transport" Laut Handlbauer ist ein Vergleich mit dem umstrittenen Tiertransport von Estland nach Salzburg nicht statthaft.

Zur Erinnerung: Im Jänner waren 65 Rinder aus Estland 2000 Kilometer und insgesamt 64 Stunden Richtung Schlachthof Bergheim unterwegs. Mit einem Zwischenstopp in Polen. "Netto" standen sie vierzig Stunden auf dem Hänger, ehe sie in Salzburg der Metzger in Empfang nahm.

Die Fahrzeit der Wasserbüffel von Rumänien nach Oberösterreich hätte weniger als zwölf Stunden betragen. "Auch uns wurden von deutschen Frächtern mehrfach Rinder aus Estland zum Schlachten angeboten. Wir haben das aber abgelehnt. Die suchen für ihre Rücktransporte aus dem Osten eben Ladung und organisieren sich diese Tiere selbst."

Der Züchter der Wasserbüffel sei ein österreichischer Unternehmer und Handlbauer persönlich bekannt. "Er wollte erst eine Mutterkuhherde in Rumänien aufbauen. Das ist aber gescheitert, weil zu wenige Rinder verfügbar waren." Deshalb habe er sich auf Wasserbüffel verlegt. Man sei mit dem Mann bei einer Messe ins Gespräch gekommen und habe eine Probelieferung vereinbart. Bei der werde es auch bleiben. Das Fleisch sei zu fett.

Auch die Schlachtung selbst brachte offenbar unerwartete technische Probleme mit sich. Veterinärdirektor Wampl: "Die Stirnpartie dieser Tiere ist ja sehr massiv ausgebildet. Man muss mit dem Bolzen seitlich in das Großhirn eindringen." August Schöfberger von der Firma Handlbauer: "Wir hatten große Erwartungen. Die Fleischqualität war durchaus in Ordnung. Aber der intramuskuläre Fettanteil ist zu hoch, der Geschmack des mageren Fleisches sehr intensiv."

Bis zu 500 Kilogramm wiege ein Tier. "Es bleiben aber nur 150 Kilogramm verwertbares Fleisch über." Weil das Fleisch der geschlachteten Wasserbüffel in Österreich nicht verwertbar war, wurde es nach Frankreich exportiert. Schöfberger: "Die Franzosen und Spanier haben eine Vorliebe für diesen Geschmack. Sie lassen das Fleisch zwei Monate im Kühlhaus reifen, dann schneiden sie den Fettanteil weg." Auf weitere Importe rumänischer Wasserbüffel werde Handlbauer verzichten. "Das wurde auch uns so gesagt. Was morgen ist, weiß ich aber nicht", erklärte Veterinärdirektor Wampl den SN. Handlbauer ist der größte Rinderschlachtbetrieb Österreichs. Pro Arbeitstag werden je nach Saison bis zu 400 Rinder verarbeitet.

© SN.

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