| Egal ob in Paris, London oder New York: "Ich bin Salzburgerin!" HEDWIG KAINBERGER
Hedwig Kainberger Paris (SN). Fühlen Sie sich als Salzburgerin? "Ja! Total!", sagt die Mezzosopranistin Angelika Kirchschlager, die derzeit in Paris für ihr Rollendebüt in der Titelpartie der Oper "Ariodante" von Georg Friedrich Händel probiert (Premiere ist am 14. März), dann nach London fährt, dann nach Madrid, dann nach Wien, dann in die USA. Erst im Sommer 2007 wird sie wieder in ihre Heimatstadt zurückkommen, allerdings nur für ein paar Tage, um bei den Salzburger Festspielen Richard Wagners Wesendonck-Lieder zu singen.
Wegen der vielen Engagements komme sie selten nach Salzburg, derzeit nur, "wenn ich dort arbeite", erzählt Angelika Kirchschlager im SN-Gespräch. Und obwohl sie ihre Wohnung in Wien habe, fühle sie sich als Salzburgerin. "Wienerin bin ich keine! Ich assoziiere mich mehr mit bergigem Land und kleiner Stadt." Von ihrer Heimatstadt nehme sie "das Gefühl von ,klein, aber fein‘, von kultivierter und lieblicher Atmosphäre" mit in die Welt. Salzburg habe für sie "etwas Geborgenes, etwas Authentisches, ich fühle mich manchmal ein bisschen provinziell - im besten Sinne!"
Wenn Sie einem Freund Salzburg zeigte, wohin würde sie ihn führen? Zunächst in einer frühen Morgenstunde durch die Getreidegasse, dann zum Frühstück ins Tomaselli, "in den ersten Stock, wenn der schon offen ist". In Hellbrunn würde sie zum Steintheater sowie zu den "Steinfiguren und manierierten Masken" im Park spazieren. "Und ich würde auf alle Fälle dorthin gehen, wo ich aufgewachsen bin, zum Stadion (in Lehen, Anm.) und in die Schumacher Straße."
"Erstes kleines Solo" in der Franziskanerkirche Als Teenager hat Angelika Kirchschlager jeden Sonntag im Chor der Franziskanerkirche und dort "mein erstes kleines Solo" gesungen - ohne allerdings je daran zu denken, professionelle Sängerin zu werden.
Wer in der Franziskanerkirche immer wieder ein großes Solo sang war Barbara Bonney, damals Gesangsstudentin am Mozarteum. Mittlerweile hat Angelika Kirchschlager mit Barbara Bonney eine Platte aufgenommen, die mit dem "Echo Klassik 2005 Award" für die "Beste Liedeinspielung" ausgezeichnet worden ist. Und vor ein paar Tagen war sie in Paris mit Barbara Bonney essen. "Sie hat mich damals fasziniert, ich bin hinter ihr gestanden", erzählt Angelika Kirchschlager. "Wenn mir als Schulmädchen jemand gesagt hätte", Barbara Bonney werde einmal ihre Freundin sein, "ich hätte die Welt nicht mehr verstanden".
Bei einem Salzburg-Stadtspaziergang wird Angelika Kirchschlager höchstwahrscheinlich auch beim Musikhaus Katholnigg halt machen. Denn nach ihrem ersten Jahr als Gesangsstudentin in Wien war sie im Sommer dort Verkäuferin. Eine Platte verkaufte sie dem damals nicht einmal 30-jährigen Thomas Hampson und dem Tamino Gösta Winbergh.
Und weil einmal ein Wiener Philharmoniker beim Katholnigg so spannend vom Schlagzeug erzählt hatte, begann Angelika Kirchschlager im folgenden Herbst in Wien Schlagzeug zu studieren, gab's allerdings drei Jahre später wieder auf und konzentrierte sich auf Gesang.
© SN.
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