| Ein ehemaliger Zirkuslöwe darf umziehen: Das Tier bekommt ein modernes Gehege im Salzburger Zoo. Möglich macht das unter anderem eine Erbschaft.
Salzburg (SN-reich). Ein Paar aus Oberösterreich hat dem Zoo Salzburg ein gepflegtes Einfamilienhaus in St. Pantaleon hinterlassen. Nutznießer des Erbes wird der ehemalige Zirkuslöwe "Stinki" sein, der seit 1996 im Tiergarten Hellbrunn lebt. Er bekommt ein neues, modernes Gehege im Afrika-Bereich des Zoos.
"Das Haus in St. Pantaleon hat uns eine Frau vererbt. Sie hatte keine gesetzlichen Erben. Ihr Mann hatte noch das Wohnrecht. Er hat uns nun ein Auto hinterlassen", sagt Zoo-Geschäftsführerin Sabine Grebner. Sie bemüht sich derzeit, die Hinterlassenschaft zu verwerten. Das Auto - ein fünf Jahre alter Opel Astra mit 17-Zoll-Alufelgen - steht vor dem Zoo zum Verkauf bereit. Das Haus wird leergeräumt.
Im Grundbuch sind noch einige Forderungen eingetragen, allerdings sollten insgesamt rund 70.000 Euro übrig bleiben, schätzt Grebner. "Wir freuen uns schon sehr. In der Schweiz kommt es häufig vor, dass Zoos etwas erben, in Österreich ist das nicht so üblich. Jedenfalls wird der gesamte Erlös in die neue Löwenanlage fließen."
Die Planung für das Gehege ist bereits abgeschlossen, das Projekt eingereicht. Jetzt muss es bau- und naturschutzrechtlich genehmigt werden. Wenn diese Verfahren positiv erledigt werden können, findet noch heuer der Spatenstich für das Löwengehege statt. Die verbliebenen zwei Löwen könnten dann 2008 in den Afrika-Bereich des Zoos übersiedeln. Der ehemalige Zirkuslöwe "Stinki" wurde von der Bezirkshauptmannschaft Kufstein zusammen mit weiteren sieben Raubkatzen von einem Wanderzirkus beschlagnahmt - vier Tiere kamen in den Tiergarten Hellbrunn. Drei Löwinnen sind bereits gestorben - "Stinki" wird 16 Jahre alt geschätzt.
Der Löwe ist nicht das einzige Tier, das sich auf ein neues Gehege freuen kann. Das österreichische Tierschutzgesetz regelt die artgerechte Haltung detailliert. Bis 2015 müssen die Anlagen des Zoos, die den Vorschriften nicht entsprechen, adaptiert sein. Stadt und Land haben dafür zwei Mill. Euro bereitgestellt. Noch heuer werden das Südamerika-Haus und die Anlage für die Zebramangusten eröffnet.
Einen kleinen Beitrag zum Finanzbedarf soll auch ein Flohmarkt bringen, bei dem das Inventar aus dem geerbten Haus verkauft wird. Der Markt findet vom 2. bis 4. März im Tiergarten statt, die Eintrittspreise werden an diesem Wochenende halbiert.
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