| Ein Salzburger investierte 200.000 Euro, um sich Domain-Namen zu sichern - die ihm teils prompt wieder aberkannt wurden. Das Verfahren läuft.
christian reschSalzburg-stadt (SN). Namen sind Schall und Rauch - aber nicht im Internet. Hier sind die so genannten Domain-Namen ein wertvolles Handelsgut. Das wusste auch der Salzburger Unternehmer Markus Köttl (38) und ließ sich 150 solcher Namen europaweit sichern. www.arzt.eu und www.blumen.eu war ebenso dabei wie www.anal.eu oder www.strip.eu.
Offizieller Verwendungszweck: Die Errichtung einer Internet-Suchmaschine, wie "Google", jedoch gebührenpflichtig.
Weil sich Köttl damit ganze Gattungsbegriffe aneignete, muss er nun vor dem europäischen Schiedsgericht für Domain-Streitigkeiten in 26 Fällen prozessieren. Denn die Behörde mit Sitz in Prag hat der Beschwerde eines Konkurrenten Köttls stattgegeben. Der Düsseldorfer Axel Arnulf Pfennig hält Köttls Registrierungen für ungültig - unter anderem, weil der Salzburger keinerlei Gewerbe betreibt, das zu den Domain-Namen passt. Er habe die Gesetze "böswillig" ausgenutzt. Gegen diese Entscheidung hat Köttl nun berufen: "Das werde ich nicht unbeantwortet lassen." Immerhin, so Köttl, könnten seine geschützten Namen mehrere Millionen Euro wert sein.
Dies liegt freilich auch daran, dass sich Namen im Netz bei Bedarf Gewinn bringend verkaufen lassen. Wenn damit gezielt Spekulation getrieben wird, heißt das "Domain Name Grabbing" - und ist wettbewerbsrechtlich verboten. Markus Köttl ging allerdings anders vor: Er ließ allgemein verwendete Begriffe oder auch bereits vorhandene Domain-Namen als handelsrechtliche Marken eingetragen. Das berechtigte ihn, die gleich lautenden Domains vor anderen Interessenten zu registrieren. "Ich habe einfach nur die Gesetze ausgenutzt", sagt er.
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