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Gold auch ohne Prinzessin

02. Oktober 2006

Sheika Maith glänzte nur durch Abwesenheit. Dafür sorgte Jean Marc Mayer für den ersten Sieg eines rot-weiß-roten Karateka in der Golden-League.

OTHMAR BEHRWALS (SN). "In dieser Form traue ich dem Jean Marc bei der Weltmeisterschaft einen Platz unter den ersten Zehn zu", sagte Samstag Manfred Eppenschwandtner in seiner Funktion als Karate-Bundestrainer. Der 22-jährige Vorarlberger Jean Marc Mayer hatte soeben österreichische Karate-Geschichte geschrieben. Mayer gewann als erster rot-weiß-roter Kämpfer ein Kumite-Einzelfinale in der Golden League, der Champions League des Karatesports.

Die rund 800 Zuschauer feierten Mayer in der Finalrunde, als sei er ein Salzburger Lokalmatador. Das unentschuldigte Fernbleiben der gemeldeten Prinzessin Sheika Maith aus Dubai war zu diesem Zeitpunkt schon vergessen. Nach Siegen in der Klasse über 80 kg gegen Leute aus der Schweiz, aus Deutschland und aus Belgien traf der Vorarlberger im letzten Kampf auf den Kroaten Emir Mujcinovic und landete einen knappen, aber hochverdienten 3:2-Sieg. Das war aber nicht die einzige Medaille für Österreich bei diesem Turnier mit 378 Teilnehmern aus 24 Ländern. In der Kata holte das Damenteam Silber und die Herren feierten ihre Bronzemedaille. In den Teams kämpfte niemand aus Salzburg. Die vierte Medaille für Österreich sicherte sich Yasemin Güngör (OÖ) in der Kata.

Salzburg wurde zum Spezialisten für fünfte Plätze: Michaela Schinwald und Madeleine Vilsecker (beide Kumite plus 60 kg) erreichten diesen Rang in den Poolkämpfen und das Kata-Team der Herren aus Salzburg mit Thomas Kaserer, Thomas König und Christoph Lichtmannegger holte ebenfalls Platz fünf. Auch Franz Mauch (Kumite, bis 75 kg) pendelte sich auf diesem Platz ein. Kaserer holte in der Kata-Einzel noch einen siebenten Rang. Angesichts des starken Teilnehmerfeldes war Eppenschwandtner mit der Ausbeute zufrieden. Bei der WM in zwei Wochen in Finnland ist Salzburg allerdings nicht vertreten. Eppenschwandtner: "Franz Mauch ist in das Berufsleben eingestiegen. Er muss sich nun erst einmal neu organisieren".

© SN.

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