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Chronik

Justiz erließ Haftbefehl gegen Tschetschenen

23. August 2006

Rädelsführer hinter Gittern - BMW war gestohlen - Warten auf Unterlagen aus Frankreich

Hallein (SN-reich). Nach dem Blutbad zwischen Dagestanern und Tschetschenen in der Nacht auf Freitag in Hallein haben die Justizbehörden einen ersten Haftbefehl erlassen. Ein 26-jähriger Tschetschene sitzt seit Dienstag hinter Gittern. Der Mann komme als Rädelsführer in Frage, sagte Major Christian Voggenberger vom Landeskriminalamt (LKA). "Er ist als erster in die Wohnung gegangen, dürfte als erster das Messer gezückt haben", erklärte Voggenberger, der weitere Festnahmen für möglich hält. Haftgrund für den 26-Jährigen ist "absichtliche schwere Körperverletzung".

Wer die tödlichen Schüsse auf einen 33-jährigen Tschetschenen abgegeben hat, ist nach wie vor nicht klar. Auch die Tatwaffe, eine Pistole Kaliber 7,65 mm, fehlt.

"Wir haben aber alle elf Personen, die ursprünglich in der Wohnung gesessen sind. Die Leute wurden erkennungsdienstlich behandelt. Nach der Spurenauswertung am Tatort können wir - mit etwas Glück - den Schützen eruieren", meinte Voggenberger. Er habe eher wenig Hoffnung, dass die Pistole noch auftauche.

Die Kriminaltechniker haben in der Wohnung in der Winklerstraße mehr als 200 Spuren gesichert. Ihnen kommt in diesem Fall besondere Bedeutung zu. Bei den bisher rund vierzig Einvernahmen waren die Beteiligten wenig auskunftsfreudig, auch jene mit Stichverletzungen. Die Täter können nur anhand der Spuren überführt werden.

Inzwischen wurde der mit französischem Kennzeichen in Saalfelden sichergestellte BMW als gestohlen identifiziert. Die Fahrgestellnummer wurde manipuliert. Um an eine versteckte Nummer heranzukommen "muss das Auto auseinander genommen werden", sagte Voggenberger. Dazu sei ein Gerichtsbeschluss nötig. Fahrzeughalter dürfte ein Tschetschene sein, der in Frankreich Asylantenstatus hat. Der Mann liegt im Unfallkrankenhaus Salzburg. Die Ermittler warten nun auf Unterlagen aus Frankreich, um die Identität des Verletzten abzuklären.

© SN.

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