| Zeitversetzte Übertragung für das "gemeine Volk"
SAlzburg (SN-estro). Das exklusive Ereignis für alle Kartenbesitzer im Kleinen Festspielhaus hatte einen demokratischen Ableger: Die Videowand auf dem Kapitelplatz, wo die Premiere von "Le nozze di Figaro" zeitversetzt ab 21.15 Uhr für das "gemeine Volk" gezeigt wurde.
Kleine Unterschiede mussten auch da sein: Es gab ein Gastronomiezelt, in dem die Gäste dem Operngenuss mit vollem, statt offenem Mund folgen konnten. Auf dem Platz war schon am späten Nachmittag kein Sitzplatz zu bekommen. Wer zu spät kam, den bestrafte Mozart mit vier Stunden Stehplatz. Schlaue brachten Klappstühle mit, ganz schlaue hatten im Internet 10 Euro demjenigen geboten, der einen Platz freihielt.
Zu Beginn war eine wunderbare Stimmung, - ja, sogar freudige Erregung war an diesem lauen Sommerabend zu spüren. Als Nikolaus Harnoncourt den Taktstock hob, herrschte trotz eng gedrängter Menschenmenge andächtige Stille.
Im Gastronomiezelt störten allerdings die Klappergeräusche von Besteck und Geschirr sowie jene Gäste, die sich unbedingt unterhalten mussten. Fazit: Mozart und Essen vertragen sich schlecht.
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