| Salzburger soll über Jahre Strom der Mitbewohner abgeleitet haben - Vertagt
salzburg (SN-wid). "Entziehung von Energie": Mit diesem seltenen Straftatbestand (§ 132 StGB) musste sich Dienstag am LG Salzburg Strafrichter Helmuth Marco Torpier befassen. Vor ihm saß ein 38-jähriger technischer Angestellter - laut Staatsanwalt ein dreister "Stromentzieher". Konkret soll der Flachgauer (Verteidiger: RA Michael Langhofer), Wohnungsbesitzer in einem Mehrparteienhaus, von den übrigen drei Parteien elektrischen Strom für den Betrieb seiner Kellerwerkstatt abgezweigt haben. Schaden: mehr als 3000 Euro.
"Die Strom-Manipulation ist wegen eines Wasserschadens im Haus aufgeflogen. Wir haben Trockner aufgestellt und den Zähler abgelesen, aber beim Beschuldigten ist er nicht gelaufen", erklärte eines der "Strom-Opfer" vor Gericht. Daraufhin habe man zu suchen begonnen "und gelbe Kabel entdeckt, mit denen unser Strom abgeleitet wurde".
Der Beschuldigte, eigenen Angaben nach mit einem Nachbarn "immer schon im Wickel", wies die Vorwürfe von sich: "Ich hab überhaupt nix umgebaut oder Kabel eingezogen, sondern alles so vom Vorbesitzer übernommen. Ich könnte das ja gar nicht." Bemerkenswert: Der 38-Jährige beteuerte, nur sporadisch in seinem Keller gearbeitet zu haben. Lagernd hatte er dort aber zwei Bohrmaschinen, Bohrschrauber, Luftkompressor, Heißluftföhn, Kappsäge und Handschleifer.
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