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Chronik

Wirbel um Werbung

04. Mai 2006

Der Computerhersteller Apple wirbt mit Aussagen Heinz Schadens und des Schulamtsleiters für W-LAN. Zugleich warnt das Land vor dem Gebrauch.

THOMAS HÖDLMOSERSalzburg-STADT (SN). In der Stadt gibt es erneut Aufregung um W-LAN, das drahtlose Internet-Surfen an den Schulen.

Anlass ist die deutschsprachige Homepage des Computerherstellers Apple. Dort finden sich Aussagen von Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) und dem städtischen Schulamtsleiter Raimund Ahr, mit denen Werbung für W-LAN gemacht wird. "Das mobile Klassenzimmer von Apple war für uns das Ei des Kolumbus, die perfekte Lösung unserer Probleme." So wird Schulamtsleiter Ahr zitiert.

Von Schaden findet sich die Aussage, die "flächendeckende EDV-Grundausbildung" sei eine "bildungspolitische Aufgabe". Deshalb sei schon 2002 ein Budget für das "drahtlose Klassenzimmer" reserviert worden.

Diese Aussagen stehen in krassem Widerspruch zur Linie des Landes. Auf der Landeshomepage wird vor dem Gebrauch von W-LAN gewarnt. Der Grund: Experten befürchten wegen der gepulsten Mikrowellenstrahlung negative Auswirkungen auf die Gesundheit.

Bei Mobilfunkskeptikern stoßen die Aussagen Schadens und Ahrs auf der Apple-Homepage auf heftige Kritik. "Wenn man die Gesundheit im Hinterkopf hat, darf man dafür nicht werben", sagt Johann Pinezits von den "Bürgerinitiativen zum Schutz vor Mobilfunkantennen". Gemeinderat Bernhard Carl von der Bürgerliste wirft Schaden vor, die Empfehlungen der Landessanitätsdirektion zu "ignorieren" und Schüler "unnötigen Gesundheitsrisiken" auszusetzen. "Jetzt werben er und sein oberster Schulbeamter auch noch öffentlich für diese Technologie."

Schaden sagte dazu, es müsse sich um alte Zitate handeln. "Ich habe in letzter Zeit keine Werbebotschaften in Richtung Apple geschickt." Ahr dagegen sagt, er habe die Aussagen erst im März 2006 autorisiert und habe mit der Veröffentlichung kein Problem. "Das ist keine Werbung, sondern eine Information, dass wir mit dem Produkt arbeiten."

Bislang wurde W-LAN an 12 von 21 städtischen Volksschulen installiert. Von den Eltern machen sich viele Sorgen. Erst im April lehnte das Schulforum der Volksschule Morzg den Einbau von W-LAN ab.

© SN.

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