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Die Salzburgerin
Angelika Kirchschlager wusste am Beginn ihrer Ausbildung nur, dass sie unbedingt etwas mit Musik und Singen machen wollte. Ihre Eltern unterstützten sie, obwohl sie zunächst keine genaue Vorstellung hatten, was man aus so einer Ausbildung machen und wovon man leben könne. Kirchschlagers großer Wusch war es, in die Gesangsklasse von Walter Berry aufgenommen zu werden. Auf gut Glück fuhr sie nach Gmunden, wo Berry inszenierte. Und obwohl seine Klasse schon voll war, nahm er die Salzburgerin trotzdem auf.
Kirchschlager singt
die Mélisande zum ersten Mal. Sie hat sich die Noten für die schwierige Rolle vor eineinhalb Jahren gekauft und jede freie Minute, auch die Autofahrten, dazu benützt, die CD mit der Oper zu hören. Bei einer Neuinszenierung seien dann fünf Wochen Probenzeit üblich. Bei der Salzburger Inszenierung von "Pelléas et Mélisande" sei es gut, dass das Publikum durch das Fehlen von Requisiten und durch das moderne, streng stilisierte Bühnenbild, bei dem vor allem mit Licht gearbeitet werde, nicht von der Musik abgelenkt, sondern zu ihr intensiv hingeführt werde.
Besonders schön
an der Arbeit ist für die Sängerin, wenn es bei unterschiedlichen Auffassungen von einer Rolle zu einer guten Lösung kommt, basierend auf dem Respekt vor den Kollegen und vor dem Werk. Die Sänger seien dazu da, den Regisseur zu unterstützen, denn er trage die Gesamtverantwortung für das Spiel.
Ein Auftritt
in Salzburg ist für die Sängerin genauso wie das Arbeiten in einer anderen Stadt. Jedoch freut sie sich, hier zu sein, wenn sie das Festspielhaus verlässt und sie bekannte Gesichter sieht.
Um Beruf und
Familie
unter einen Hut zu bringen, seien viel Flexibilität und gute Nerven, aber auch viel Hilfe von Familienangehörigen nötig. Ihr Sohn Felix entwickle sich gut und höre gerne klassische Musik. Kirchschlager meinte, sie würde ihre Arbeit wohl aufgeben, wenn es aus familiären Gründen nötig wäre, obwohl es ein großes Problem für sie wäre, nicht mehr singen zu können.
© SN.
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