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Wirtschaft

Und ab geht die Post

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30. Jänner 2006


Die Post-Privatisierung tritt in die heiße Phase: Heute, Montag, erhält die ÖIAG, den Auftrag, den gelben Riesen an die Börse zu bringen. Der Finanzminister macht Druck.

Wien (SN). Die politische Entscheidung ist zwar schon vor zwei Wochen gefallen, doch der offizielle Countdown für die Privatisierung der Österreichischen Post AG beginnt heute, Montag. In seiner Funktion als Eigentümer wird Finanzminister Karl-Heinz Grasser in einer außerordentlichen Hauptversammlung der ÖIAG den geänderten Privatisierungsauftrag erteilen. Danach wird der Aufsichtsrat der Staatsholding die nötigen formellen Beschlüsse fassen. Die Postgewerkschaft will ab neun Uhr eine zweistündige Protestkundgebung vor dem ÖIAG-Gebäude abhalten.

Wie berichtet soll die Post laut Regierungsauftrag bis zu 49 Prozent an die Börse gebracht werden. Die verbleibenden 51 Prozent sollten dauerhaft im Staatsbesitz bleiben. Um den Bedenken der Kritiker des Börsengangs, allen voran der Post-Gewerkschaft, etwas entgegenzusetzen, wollte Grasser zuletzt eine gesetzliche Verankerung der staatlichen Mehrheit nicht ausschließen. Ursprünglich hatte er einen solchen Schritt für wenig sinnvoll erachtet.

Neu ist, dass Grasser die Teilprivatisierung offenbar schneller als geplant über die Bühne bringen möchte. War bisher Mai als Zeitpunkt für die Erstnotiz der Postaktie genannt worden, drückt er nun aufs Tempo. In einem Interview mit der "Tiroler Tageszeitung", sagte Grasser, dass man überlege, die Notierung rascher zu vollziehen: "Ich denke an Ende März."

Das dürfte ein Wunschgedanke bleiben. Denn um den Investoren die Post-Aktie verkaufen zu können, muss die Post-Bilanz für 2005 vorliegen, das dürfte frühestens Anfang März der Fall sein. Der erwartete Erlös für die 49 Prozent wird mit 400 bis 500 Mill. Euro angesetzt. Bei der Auswahl der den Börsengang betreuenden Investmentbank dürfte Goldman Sachs einen Startvorteil haben. Sie hatte der Post im Herbst per Gutachten bestätigt, für den Börsengang reif zu sein.

Für die Postgewerkschaft ist der Zeitpunkt des Börsengangs falsch. Angesichts der Faktenlage versucht sie nun, in Gesprächen mit den Post-Eigentümern eine Absicherung der Arbeitsplätze sowie eine Verankerung der Staatsmehrheit zu erreichen. Zudem wird über die Mitarbeiterbeteiligung verhandelt.

© SN.

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