| Weltmeisterin Manuela Riegler träumt von einer Olympiamedaille bei den Winterspielen in Turin - trotz des folgenschweren Sturzes vor einer Woche.
Michael UnverdorbenSalzburg (SN). Manuela Riegler hat im Weltcup und bei Weltmeisterschaften schon alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Nur mit den Olympischen Spielen steht die 31-jährige "Grande Dame" des Snowboard-Sports auf Kriegsfuß. 1998 wurde sie für Nagano trotz guter Weltcupresultate im Vorfeld nicht nominiert, 2002 in Salt Lake City kam sie mit der vereisten Piste nicht zurecht und scheiterte vorzeitig. In Turin hofft Riegler nun auf die Wende.
Der Traum von der ersten Olympiamedaille wäre vor einer Woche jedoch bald geplatzt. Beim Weltcup in Kronplatz (I) stürzte die PGS-Weltmeisterin schwer und zog sich eine Sprunggelenks-Verletzung zu - eine Schrecksekunde für die Flachauerin. Die anfänglichen Befürchtungen bewahrheiteten sich zum Glück nicht. "Ich habe mir nur eine brutale Prellung zugezogen. Die Schwellung ist bereits abgeklungen, jetzt dürfte es relativ schnell gehen. Mein Olympiastart ist definitiv nicht gefährdet", sagt Riegler, die trotz der Zwangspause zuversichtlich ist: "Dass ich nicht die gesamte Olympiavorbereitung mitmachen kann, ist kein Problem. Snowboarden ist für mich wie Radfahren. Nach so vielen Jahren brauche ich nur mehr wenig Stangentraining. Wenn ich es jetzt noch nicht könnte, wäre es sowie zu spät", meint die immer gut gelaunte und lächelnde Riegler, die selbst dem folgenschweren Sturz Positives abgewinnen kann: "Ich habe jetzt die Zeit, mit der Unterstützung meines Sponsors Vita-Life eine Magnetfeld-Therapie zu machen. Manchmal ist eine kleine Pause vielleicht gar nicht so schlecht."
Auf dem Olympiahang in Bardonecchia fühlt sich Riegler pudelwohl. "Die Piste liegt mir. Ich weiß, dass ich in beiden Disziplinen ganz vorn dabei sein kann", betont die zweifache Gesamtweltcupsiegerin. Im Boardercross, der in Turin erstmals im olympischen Programm steht, rechnet sich Riegler sogar etwas bessere Chancen als im Parallel-Riesentorlauf aus. "Ich habe ein unglaublich schnelles Board. Und bei den Rollern kann ich meine Schnellkraft ausspielen. Im Boardercross kann aber im Grunde alles passieren. Am wichtigsten ist, dass man sich aus den Zweikämpfen raushält. Das Erfolgsgeheimnis ist, dass man zehn Läufe konstant schnell und ohne Fehler runter bringt."
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