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| Bei der Aktion Film werden drei von vier Mitarbeitern gekündigt: Monika Hohenlohe (v.l.) , Clemens Haider, Martin Seibt, Carina Simader. Foto: Rattey |
Drastischer Sparkurs in Salzburg: Drei Männer- und Jugendvereine wurden von der Subventionsliste total gestrichen. Die Kultur- und Sozialszene bangt ums Überleben.
Nach den Kürzungen bei den Kultureinrichtungen geht es Anfang November im Sozialausschuss der Stadt den Sozialvereinen an den Kragen. Drei Sozialvereine hat Vizebürgermeister Josef Huber (SPÖ) gänzlich von der Subventionsloste gestrichen: das Jugendkulturzentrum Mark, das Männerbüro, den Verein Männer gegen Männergewalt. Im Büro des Sozialressortchefs sagt man: Vereine, die ausreichend Dienstleistungen für die Stadt erbringen, werden nicht gekürzt, aber jene, die nur Beratungen durchführen, müssen damit rechnen, keine Subventionen für 2005 zu erhalten, so Huber-Mitarbeiter Franz Eder.
Eberhard Siegl, Leiter des Männerbüros, ist verzweifelt: In jeder Bundeshauptstadt gibt es ein Männerbüro, nur in Salzburg soll es künftig keines mehr geben?! Wir werden damit an die Öffentlichkeit gehen und auf unsere gesellschaftspolitisch wichtige Aufgabe hinweisen. Und ÖVP-Gemeinderätin Claudia Schmidt ergänzt: Das ist ein Zeichen, dass für die Stadt Gewaltprävention kein Thema mehr ist.
Aus dem Büro Huber heißt es nur, die beiden Männerbüros erhielten Subventionen vom Land, es sei also nicht zwangsweise aus für sie.
Das Freizeitkulturzentrum MARK wurde vor zwei Jahren gebeten einen Raum für Jugendliche in Salzburg-Süd zu suchen und jetzt diese Kürzung! sagt Jimmy Vogel vom MARK. Wenn das MARK zusperren müsste, gäbe es kein Freizeitkulturhaus mehr, das sich Jugendliche und sozial Schwächere leisten können. Dem Büro Huber ist beim Freizeitkulturzentrum indes der Zusammenhang mit dem Sozialwesen zu gering.
Bei den Kulturinitiativen spart die Stadt 750.000 Euro ein. Es trifft vor allem die freie Szene. Manche bangen nun um ihre Jobs.
Die Aktion Film erhält 57.500 Euro weniger und sieht keine Überlebenschance mehr. Wir müssen drei von vier Mitarbeitern kündigen, sagt Martin Seibt von der Aktion Film.
Ob der Verein Initiative Architektur das nächste Jahr überleben kann, steht ebenfalls in den Sternen. Die Initiative erhält gleich um 60 Prozent weniger Förderung. Paul Raspotnig, künstlerischer Leiter dieser Architekturplattform, ist verärgert: Wir haben es erst aus einer Zeitung erfahren, dass bei uns 3800 Euro eingespart werden. Dieser Betrag sei existenzbedrohlich. Offenbar sei eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Architektur in Salzburg nicht mehr erwünscht.
Einsparungen seien willkürlich und respektlosVon den drastischen Kürzungen im Kulturbereich sind neben dem Kleinen Theater (minus 20 Prozent), das Theater YBY, das Österreichische Ensemble für neue Musik, Gold Extra, die Berchtoldvilla oder auch der Verein ABC-Lesen und Schreiben für Erwachsene (alle minus 33 Prozent) betroffen. Bürgermeister Heinz Schaden nennt als Hauptgrund für das Finanzdilemma die Steuerreform des Bundes. Ich habe trotz Kürzungen ein Budgetloch von 6,9 Millionen Euro, von dem ich nicht weiß, wo ich das Geld hernehmen soll. Deshalb müssen auch die Vereine, der Sport, das Personal die Stadt baut nächstes Jahr 48 Planstellen ab sparen. Die parteifreie Gemeinderätin Elisabeth Promegger ortet jedoch Willkür: Es ist nicht nachvollziehbar, nach welchen Kriterien gekürzt wird. Der Vorgang sei eine Respektlosigkeit gegenüber der Kultur. |