Neue Grippe könnte jeden Fünften treffen

9. Juli 2009 | 17:13 | | (SN-schwi).
Winterepidemie. In Österreich bereitet man sich auf eine große Grippewelle vor. Das H1N1-Virus wird sich ab Herbst stark ausbreiten.
Wien (SN-schwi). Im Gesundheitsministerium ist man mehr als alarmiert. Nachdem sich in Ländern wie Großbritannien praktisch schon jetzt die Neue Grippe sehr rasch und unkontrolliert ausbreitet, rechnen die Experten auch bei uns spätestens ab dem Herbst mit einer Epidemie. Der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze spricht sogar davon, dass bis zu 20 Prozent der Bevölkerung am Schweinegrippevirus erkranken könnten.

Ein Grund dafür ist, dass der Mensch von dieser Variante des H1N1-Virus sehr leicht angesteckt wird, weil es in der derzeitigen Form vom Immunsystem nicht rechtzeitig ausgeschaltet wird. Dazu kommen ab Herbst auch ideale Rahmenbedingungen für die Ausbreitung der Grippeviren: kalte und trockene Luft.

„In Österreich werden derzeit die auftretenden Grippefälle sehr rigoros abgeschirmt“, betont Kunze. Allerdings sei es nur noch eine Frage der Zeit, bis das aufgrund der großen Zahl der Erkrankungen nicht mehr möglich sei. „Wir können eine starke Ausbreitung des Virus nur hinauszögern.“

Die gute Nachricht in diesem Zusammenhang ist: Die Gefahr, dass das Schweinegrippevirus mutiert und damit wesentlich gefährlicher wird, ist vorerst nicht allzu groß. Kunze erklärt das damit, dass das Virus derzeit beim Menschen keine großen Barrieren vorfindet und es deshalb keinen Anlass hat, seine Grundstruktur zu ändern.

Aber auch wenn die meisten Krankheitsfälle „mild“ verlaufen, raten die Experten rund um Kunze bestimmten Bevölkerungsgruppen zu besonderen Schutzmaßnahmen, wie einer Tamiflu-Vorsorge. Er nennt vor allem Menschen, die eine immunsuppressive Therapie durchmachen, aber auch Schwangere. Ein Impfstoff werde im Herbst vorliegen, einen genauen Zeitpunkt gebe es noch nicht. Ob die klassische Grippeimpfung eine Schutzwirkung entfalten könne, sei ungewiss. Bisher gebe es keine Hinweise darauf.

© SN/SW

 
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