Es wäre eine Überraschung, wenn nicht einer der beiden RBR-Fahrer am Samstag auf dem engen Hungaroring nicht die elfte Pole im zwölften Saisonrennen für den austro-englischen Rennstall herausfährt. Allerdings haben der dreifache Saisonsieger Webber und Vettel (2) dies bisher „nur“ fünf Mal auch in Rennsiege umgemünzt. „Wir haben nun nichts mehr zu verschenken“, tönte Webber nachdem Motorsport-Berater Helmut Marko schon davor gefordert hatte, vor der Sommerpause die Kluft nach vorne zu den McLarens zu schließen.
Ferrari scheint freilich auch in Mogyorod/Budapest wieder so stark zu sein wie zuletzt in Hockenheim, wo Alonso die Pole um nur zwei Tausendstel an Vettel verloren, sich dafür aber bekanntlich mit dem umstrittenen Stallorder-Sieg schadlos gehalten hatte. Drei Tage nach seinem 29. Geburtstag will der kompromisslose Doppel-Weltmeister aus Spanien weiter Boden gut machen.
„Wir waren ein wenig überrascht, wie weit wir vorne waren, aber die Freitags-Zeiten sind ja an sich irrelevant“, versuchte Vettel seine starke Leistung bei trockenem und sonnigen Wetter zu relativieren, gestand aber ein: „Es ist wirklich sehr gut gelaufen, wir hatten keinerlei Probleme am Auto.“ Man dürfe nun nur nicht übermütig werden. „Denn es wird sicher noch deutlich enger. Ferrari ist weiter stark, und McLaren hat oft schon über Nacht einen Schritt nach vorne gemacht.“
In der Tat hat Red Bull nun neben McLaren mit Ferrari einen zusätzlichen Gegner im WM-Kampf bekommen. Red Bull dürfte aber unter dem Strich auch in Ungarn erneut das stärkste Auto haben. Man verzichtet sogar auf den F-Schacht, weil hier der herkömmliche Heckflügel für mehr Abtrieb und weniger Übersteuern wichtiger ist als Topspeed auf den Geraden.
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