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Pädiater-Vortrag führte zu Unmut bei Veganern

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Unmut bei sich vegan ernährenden Menschen hat die Berichterstattung über einen Vortrag der Münchener Pädiaterin Sibylle Koletzko bei beim 39. Internationalen pädiatrischen Symposium in Obergurgl in Tirol hervorgerufen.

Pädiater-Vortrag führte zu Unmut bei Veganern

Veganer Fleischersatz: Meat Pie aus Sojaprotein und Pilzen. Symbolbild: SN/wico

Die Kinderärztin hatte auf die Risiken "restriktiver Diäten" hingewiesen. Dabei war von der Expertin - unter anderem - das Beispiel einer jungen Patientin dargestellt worden, die an sich an einer Mageninfektion gelitten hatte, jedoch bei einer restriktiven Diät schwere gesundheitliche Probleme mit Spitalsaufnahme entwickelt hatte.

So schrieb beispielsweise der Wiener Geophysiker Kurt Schmidinger, er hat im Februar 2012 an der Wiener Universität für Bodenkultur eine Dissertation über Alternativen zu Nahrungsmitteln von Tieren veröffentlich und bezeichnet sich als "Lebensmittelwissenschafter" unter anderem: "Vegan bedeutet das Weglassen von Fleisch, Milch und Eiern aus der Nahrung. Da wird ein Beispiel einer jungen Frau zitiert, die sich fast nur mit Reiswaffeln ernährt, und - oh Wunder - dann Probleme bekommt. Eine solche Ernährung ist zufällig vegan, ebenso wie wenn ich mich nur von Chips ernähren würde. Und wenn ich mich nur von Wurst ernähre, wäre das nicht vegan, und genauso ungesund!"

Sibylle Koletzko hatte in ihrem Vortrag auf mehrere, ihrer Meinung nach unterscheidbare Motivationen für das Einhalten von restriktiven Ernährungsformen hingewiesen, unter ihnen weltanschauliche, Bemühungen, Beschwerden zu behandeln, ohne dass dafür (wissenschaftliche) Evidenz bestünde und auch medizinisch angezeigte Ernährungsformen unter Weglassung bestimmter Nahrungsmittel. Insgesamt begegne man restriktiven Diäten immer häufiger.

In Blogs etc. wurden die Anmerkungen der Pädiaterin ebenfalls heftig diskutiert. Dabei wurde auch darauf hingewiesen, dass viele "Zivilisationskrankheiten" auf die westliche Ernährung zurückzuführen sind. Dies war nicht Thema des Vortrags gewesen. So schrieb der steirische Tierschutz-Aktivist David Richter (Thal bei Graz) in einem E-Mail: "Vegane Ernährung benötigt viel weniger Ressourcen. Die Überversorgung mit tierischem Eiweiß und Fett verursacht viele gesundheitliche Probleme, auch 'klassische Zivilisationskrankheiten' genannt. In dieser Hinsicht ist die westliche Gesellschaft überernährt, es fehlen Vitamine, Spurenelemente, Ballaststoffe. Das ist die gekürzte Kurzfassung der Begründung, warum sich viele Menschen vegan ernähren."

 
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