Grippewelle: Die besten Tipps bei Erkrankung
Von Ralf Hillebrand | Aktualisiert vor 91 Tagen

Sich unter der Decke verkriechen hilft: Ausschwitzen kann das Fieber senken. Bild: SN/robert ratzer
Jährlich grüßt die Grippewelle: Nachdem Wien bereits einen merklichen Anstieg an Erkrankungen gemeldet hat, scheint die Influenza nun auch Salzburg zu erreichen. Eine solche Welle kann in Österreich 150.000 bis 300.000 Personen betreffen, in Salzburg bis zu 20.000. Trotzdem gibt es kaum einheitliche Behandlungsmethoden. Die landläufigen Ratschläge variieren sogar vollends: Von der Zwiebel auf dem Nachtkästchen bis hin zur Krenkette gibt es die unterschiedlichste Hausmittel, die gegen Grippe bzw. deren Symptome, also Husten, Halsschmerzen oder Schnupfen, helfen sollen.
Der Kampf gegen die Symptome
Laut Andreas Sönnichsen, Vorstand des Instituts für Allgemein-, Familien- und Präventivmedizin an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) in Salzburg, kann man sich die meisten dieser Hausmittel sparen - zumindest wenn es um den Krankheitsverlauf selbst geht: "Es gibt unter Medizinern einen alten Grundsatz: Mit Behandlung dauert eine Grippeerkrankung sieben Tage, ohne Behandlung eine Woche. Oder anders ausgedrückt: Eine Grippe kann man im Grunde nur aussitzen." Die einzelnen Symptome können aber sehr wohl bekämpft werden, auch wenn sich dadurch am Verlauf der Krankheit per se nichts ändert: "Wenn Sie dafür sorgen, dass ihre Nase frei ist oder der Husten weniger wird, wird dadurch der Grippevirus nicht schneller verschwinden - Ihr Wohlbefinden steigert sich aber ungemein." Dabei vertraut Sönnichsen, der als Allgemeinmediziner in Salzburg und München praktiziert, verständlicherweise in erster Linie auf Medikamente und weniger auf Hausmittel: "Gegen Gliederschmerzen und Fieber verschreibe ich meinen Patienten Ibuprofen oder Paracetamol, gegen starken Husten Codein. Außerdem rate ich immer zu einem Nasenspray."Zu den Wirkungen von vergleichbaren Hausmitteln gäbe es keine oder kaum wissenschaftliche Studien, zu bestimmten Mitteln kann aber auch der Schulmediziner raten: "Ausschwitzen ist auf alle Fälle empfehlenswert. Dafür legt man sich am besten ins Bett und deckt sich warm zu; durch die Hitze zerstört man Viren." Übertreiben soll man aber auch hier nicht: "Ein Sauna-Besuch, wie gerne ausgegeben, ist nicht ratsam. Zum einen hilft externe Hitze kaum, zum anderen tut es dem Kreislauf nicht gut." Auch kalte Wadenwickel können laut Sönnichsen helfen, das Fieber zu senken: "Ich rate es meinen Patienten aber nicht, da ich es selbst als unangenehm empfinde." Anders verhält es sich bei Inhalationen: Eine einfache Kräutermischung aufzukochen und dann mit einem Handtuch über dem Kopf zu inhalieren, sei durchwegs sinnvoll und vor allem "angenehm für die Atemwege".
Vitamin-C-Präparate und Antibiotika helfen nicht
Durch besondere Ernährung kann man Grippesymptome hingegen kaum bekämpfen. Sönnichsen: "Die meisten Ratschläge in diesem Bereich haben keinen Hintergrund. Auch an dem Gerücht, dass Südfrüchte das Fieber in die Höhe treiben, ist nichts dran." Dementsprechend rät der Mediziner seinen Patienten schlicht eine "vernünftige, ausgewogene Ernährung ohne schwere Kost. Außerdem tun warme Getränke gut, egal ob warme Milch oder Kräutertee." Ob die Ernährung Vitamin-C-reich ist, ist dabei für den Krankheitsverlauf relativ egal: "Vitamin C hilft explizit nicht gegen Grippe. Deshalb bringen auch Vitamin-C-Tabletten, die man präventiv nimmt, wenig bis gar nichts." Auch eine Behandlung mit Antibiotika ist für Sönnichsen nicht sinnvoll: "Antibiotika bekämpfen Bakterien, eine Grippe ist aber viral bedingt. Man kann eine Influenza als nicht mit einem Antibiotikum bekämpfen. Im Gegenteil: Das Risiko für Nebenwirkungen wird dadurch nur noch größer." Wenn Ärzte trotzdem Antibiotika verschreiben, ist das für den Mediziner schlicht "ein Anzeichen von Hilflosigkeit, weil man sonst nicht weiß, was man dem Patienten geben soll."Die beste Form der Behandlung ist aber immer noch die Vorsorge. Wie man sich vor einer möglichen Erkrankung schützen kann, liegt im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand: "Allgemeine Hygiene-Maßnahmen, wie Hände waschen, ist ganz wichtig. Zudem sollte man natürlich den Kontakt mit Erkrankten vermeiden." Eine Impfung sei hingegen nur Risiko-Patienten, also zum Beispiel älteren Personen oder Herzschwachen zu empfehlen.
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