Forscher sieht keine Zukunft für Stammzellen-Burger
Von Stephanie Pack | Aktualisiert vor 92 Tagen

Der Stammzellen-Burger bleibt nach der Einschätzung von Konrad Domig Zukunftsmusik. Bild: SN/AP
"Sie versuchen es wiedermal", kommentiert Konrad Domig die Ankündigung des ersten Burgers aus den Stammzellen einer Kuh. Dass der holländische Wissenschafter Mark Post bereits im Herbst den Stammzellen-Burger präsentiert, kann sich der Leiter der Arbeitsgruppe Lebensmittelmikrobiologie und -hygiene an der BOKU Wien nicht vorstellen. "Vielleicht kann er ein paar Zellen zeigen, designte Lebensmittel werden aber selten marktfähig", sagt Domig. Er spricht von einer Entwicklung für eine "sehr elitäre Gesellschaft", kostet ein Bissen bislang noch rund 60.000 Euro.
Hochtechnologie oder pflanzliche Alternative
Warum überhaupt nach Alternativen zum Fleisch geforscht wird, liegt auf der Hand: "Wir haben begrenzte Ressourcen, die landwirtschaftlichen Nutzflächen sind limitiert und es gibt Probleme mit Wasser und Düngemitteln", erklärt Domig. Hinzu komme die steigende Weltbevölkerung und die Tatsache, dass in aufstrebenden Wirtschaften wie China und in Schwellenländern der Fleischkonsum drastisch steige. "Wir haben pro Kopf einfach weniger Ackerfläche zur Verfügung. Es entsteht eine Konkurrenz zwischen dem Anbau von Nahrungsmitteln und Futtermitteln", bringt der Wissenschafter das Problem auf den Punkt.Die Forschung im Bereich des Stammzellen-Burgers suche dessen Lösung in einem hochtechnologischen Ansatz, obwohl es im Lebensmittelbereich grundsätzlich "eine gewisse Technologiefeindlichkeit" gibt. Das von der EU geförderte Projekt "LikeMeat", an dem Domig arbeitet, basiert auf einem ganz anderen Prinzip, nämlich den Fleischkonsum an sich drastisch einzuschränken. "Wir verwenden Proteine pflanzlicher Herkunft um Tiere zu füttern. Es stellt sich die Frage, warum wir nicht gleich Menschen damit ernähren", sagt Domig. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht den Effekt: Würden die USA ihren Fleischkonsum auf europäisches Niveau senken, könnten Weizenvorräte für Milliarden Menschen geschaffen werden.
EU-Projekt sucht schmackhaften Fleischersatz
Im Rahmen des Projekts "LikeMeat" sollen Proteine so aufbereitet werden, dass sie besser schmecken und saftiger sind. Die Basis dafür sind übliche Pflanzenprodukte wie Soja oder Reis. "Vereinfacht gesagt werden diese in einem Druckkochtopf mit Mixer gekocht, durch eine Drüse herausgedrückt und dann langsam abgekühlt", erklärt der Forscher den Vorgang. Das Ergebnis ist eine Eiweißalternative, die als "Fleischersatz" dienen kann. Erfolgreich könne das Produkt beispielsweise in Pfannengerichten sein, glaubt Domig. Schwieriger wird es, wenn es tatsächlich als "Fleischersatz" vermarktet werde. "Was als Imitat verkauf wird, wird auch mit dem Original verglichen", ist Domig überzeugt.Zum Einsatz kommen soll "LikeMeat" ab kommendem Herbst, in erster Linie in Klein- und Mittelbetrieben. In welcher Form, ist derzeit noch unklar, es müssten Konsumentengruppen identifiziert werden. Projektpartner sind sowohl Bio-Unternehmen als auch Fleischproduzenten und Zulieferer wie Gewürzhersteller - darunter die österreichischen Firmen Wiberg oder Neuburger.
"Luxus, darüber nachzudenken"
Welcher Weg der richtige zur Lösung des Ressourcen-Konflikts in der Nahrungs- und Futtermittelproduktion ist, hängt für Domig letztlich von der Motivation ab: "Auf der einen Seite steht die Hochtechnologie. In den Industrienationen können wir uns den Luxus leisten, so etwas zu diskutieren." In anderen Teilen der Erde sehe das freilich anders aus, daher ist Domig überzeugt: "Die nachhaltigere Variante ist es, den Fleischkonsum drastisch zu reduzieren."Ginga und Das trojanische Pferd im Roten Salon
Nach dem Release ihres Debüt-Albums 2010 war Ginga viel unterwegs: von Österreich, über halb Europa... ›
Wilder Balkan
Die Doku zeigt sechs Porträts von Naturlandschaften des Balkans, die ein bisher unbekanntes Gesicht... ›
Bergfrühling unter der Reiter Alm
Die Halsalm über dem Hintersee mit herrlichen Ausblicken auf die Berchtesgadener Bergwelt ›
Plätten oder Fuhr
Plätten sind die kiellosen, hölzernen Arbeitsschiffe, die im Alpen-Donauraum für die verschiedensten Anwendungen genutzt werden. Aufgenommen von "Marianne Robl". ›
Johnny Depp zum Ehren-Indianer ernannt
Hollywood-Star Johnny Depp ist von einem Indianerstamm zum Ehrenmitglied ernannt worden. Der... ›
"La vie en rose"
Das berühmte Chanson von Edith Piaf steht Pate für eine exklusive Schmuckkollektion von Piaget.... ›
Urlaubs-Alternative: Menorca zu Pferd
Neue Perspektiven auf den Balearen: hoch zu Ross - immer entlang der Küste, vorbei an... ›
Sportlich, größer und teurer
Neuauflage. Mit dem 3er BMW wollen die Bayern neue Maßstäbe in der Mittelklasse setzen. Beim Design... ›
Gebäude wird um 60 Meter verschoben
Ein ehemaliges Verwaltungsgebäude einer Maschinenfabrik in Zürich wird seit Dienstag an einen neuen Standort verschoben. Spezialisten schicken das Backsteingebäude auf sechs Stahlschienen auf die Reise. ›
Giovanni Falcone: Symbolfigur im Kampf gegen die Mafia
Italien gedenkt in dieser Woche der dunkelsten Phase seines Kampfes gegen die Mafia. Am 23. Mai 1992 wurde der sizilianische Mafia-Jäger Giovanni Falcone durch Killer der Cosa Nostra ermordet. Falcone, seine Frau Francesca Morvillo und drei seiner Leibwächter wurden bei einem Attentat auf der Autobahn bei Capaci nahe Palermo in die Luft gesprengt. Noch nie zuvor hatte die Mafia eine derart aggressive Offensive gegen Staatsdiener gewagt. In Erinnerung an Falcone, der in ... ›
Mitteilungen











KOMMENTARE ()
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare veröffentlicht.