Kritik an Francioni nach gescheiterter Fusion
Von Apa/ag. | Aktualisiert vor 108 Tagen

Muss Francioni zurücktreten?. Bild: SN/apa (archiv/dpa)
"Mit Blick auf das Ergebnis muss jetzt die Frage nach personellen Konsequenzen gestellt werden", so Witt zur "Euro am Sonntag". "Kann jemand, der den bisherigen Status ändern wollte, indem er sich an einen anderen Partner anlehnte und nun gescheitert ist, diesen Konzern weiter in die Zukunft führen?" Witt kündigte an, dass sich der Aufsichtsrat auf seiner nächsten regulären Sitzung am 13. Februar mit den Konsequenzen aus der geplatzten Börsenfusion befassen wird.
Auch Henning Gebhardt, Leiter für europäische Aktien bei der Fondsgesellschaft DWS, fordert neue Köpfe. "Hin und wieder muss es einen Neuanfang geben - in welcher Form auch immer", sagte Gebhardt der "WirtschaftsWoche". Francioni habe in den vergangenen Jahren mehrere Zusammenschlüsse versucht und sei gescheitert. "Gerade an Herrn Francioni geht das Ganze nicht spurlos vorbei", merkte er an.
Die EU-Kommission hatte am Mittwoch den seit rund einem Jahr geplanten Zusammenschluss der beiden Börsenbetreiber zum Weltmarktführer untersagt. In den Augen von EU-Wettbewerbskommissar Almunia wäre durch die milliardenschwere Fusion ein Monopol im Börsenhandel mit europäischen Finanzderivaten entstanden. Dies hätte der europäischen Wirtschaft erheblichen Schaden zugefügt. Für Francioni wäre die Fusion die Krönung seiner Karriere geworden. Francionis Vertrag als Vorstandschef läuft formell Ende 2013 aus, für gewöhnlich wird über eine Verlängerung etwa ein Jahr vorher entschieden.
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