EZB lässt Leitzins bei 1,0 Prozent
Von Apa/ag | Aktualisiert vor 104 Tagen

Der Leitzins bleibt unverändert. Bild: SN/apa (archiv/dpa)
Volkswirte hatten mit der Zinspause gerechnet, nachdem die Notenbank den wichtigsten Zins zur Versorgung der Geschäftsbanken im Euroraum mit Zentralbankgeld Ende 2011 in zwei Schritten gesenkt hatte. Seither haben Konjunkturdaten positiv überrascht. Doch die Lösung der Euro-Staatsschuldenkrise und die Rettung Griechenlands lassen weiter auf sich warten. Volkswirte rechnen deshalb mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik, sollte sich die Situation zuspitzen. Niedrige Zinsen verbilligen tendenziell Kredite und können so das Wachstum anschieben.
Beobachter erwarten, dass sich EZB-Präsident Draghi weiterhin alle Optionen offenhalten und zusätzliche Zinsschritte nicht ausschließen wird. Zunächst hält die EZB ihr Pulver aber trocken - zumal längst beschlossen ist, dass sie den Geschäftsbanken zum Monatsende ein zweites Mal für die außergewöhnlich lange Laufzeit von drei Jahren billiges Geld anbieten wird.
Draghi erwartete "vorsichtige Anzeichen für eine wirtschaftliche Stabilisierung". Allerdings werde dies auf "niedrigem Niveau" gegen Ende des Jahres eintreten. Insgesamt unterliege der Wirtschaftsausblick weiterhin hohen Unsicherheiten und Abwärtsrisiken.
Kurz vor Weihnachten hatte die Notenbank auf diese Weise fast 500 Mrd. Euro an Geldinstitute der Eurozone ausgereicht. Damit sollen das kränkelnde Geschäft der Banken untereinander wiederbelebt und eine Kreditklemme verhindert werden - denn das würde die ohnehin angeschlagene Konjunktur weiter belasten. Die Maßnahme beruhigte die Anleihenmärkte und bescherte den Börsen kräftige Kursgewinne.
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