Britische Großbank HSBC in Geldwäsche verwickelt?
Von Apa/dpa | 18.07.2012 - 18:09
Aus Ländern wie Mexiko, Iran und Saudi-Arabien sollen HSBC-Filialen Milliarden in die USA transferiert und Drogenhändlern sowie Finanzierern des Terrorismus in die Hände gespielt haben, warf der US-Senat der Bank am Dienstag vor.
HSBC entschuldigte sich bereits, räumte schwere Fehler ein und zog personelle Konsequenzen. Der Chefaufseher über die Unternehmenskultur ("Head of Compliance"), David Bagley, trat am Dienstag zurück. Er gab seinen Rückzug in einer Anhörung vor einem Ausschuss des US-Senats bekannt.
Der Fall HSBC wird in Großbritannien als nächster Schlag für die Branche gewertet, die für das Land so wichtig ist. Mit Barclays ist eine weitere der vier großen britischen Banken wegen Manipulationen beim Libor-Zinssatz massiv in der Kritik. Die beiden anderen Großbanken, Royal Bank of Scotland und Lloyds, mussten in der Finanzkrise teilverstaatlicht werden.
Die Vorwürfe gegen die Bank sind in einem 340 Seiten langen Bericht eines Senatsausschusses enthalten. Immer wieder sei es in HSBC-Filialen im Ausland möglich gewesen, Konten zu eröffnen, ohne dass diese einer Prüfung unterzogen wurden, hieß es. So seien etwa allein aus Mexiko innerhalb von zwei Jahren sieben Milliarden Dollar (5,70 Mrd. Euro) in die USA geschleust worden, obwohl US- und mexikanische Behörden wiederholt davor gewarnt hätten, dass es um Geld aus dem Drogenhandel gehe.
Des weiteren kritisierte der Bericht, HSBC habe zwischen 2001 und 2007 Transaktionen aus dem Nahosten verschleiert und durch das Kontrollsystem der USA geschleust. Zudem habe HSBC Geschäfte mit Banken getätigt, die bekannt für ihre Verbindung zu Al Kaida seien.
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