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Zum Jahresende wartet auf die Abfahrer die Stelvio

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Das letzte Männer-Rennen des alpinen Ski-Weltcup-Jahres 2012 hat es in sich. Am Samstag (11.45 Uhr) wartet auf Aksel Lund Svindal, Klaus Kröll und Co. die Abfahrt in Bormio.

Zum Jahresende wartet auf die Abfahrer die Stelvio

Kröll Schnellster im Training für den Klassiker. Bild: SN/apa (epa)

Die 3,27 Kilometer lange Stelvio-Piste wird im Weltcup-Tross nicht umsonst als "Bestie" bezeichnet. Schnellster im Abschlusstraining am Freitag war der Steirer Kröll. In 1:56,13 Minuten verwies der amtierende Abfahrts-Weltcup-Gewinner die beiden Italiener Christof Innerhofer (+0,09 Sekunden) und Dominik Paris (0,46) auf die Plätze zwei und drei. Mit den Salzburgern Joachim Puchner (4.) und Georg Streitberger (6.) schafften es zwei weitere Österreicher ins Spitzenfeld.

Wie fast immer in den Trainings wurde auch am Freitag mitunter ordentlich geblufft. So fuhr etwa der Franzose Adrien Theaux, der Schnellste vom Donnerstag, einen großen Teil der Strecke aufrecht. Gesamt-Weltcup-Leader Aksel Lund Svindal verzichtete auf das Training, der Norweger sparte so wie u.a. auch der Kanadier Erik Guay Energie für das kräfteraubende Rennen am Samstag.

Das war für Kröll kein Thema. Denn der 32-Jährige legte nach einem lockeren Donnerstag-Training am Freitag einige Gänge zu. "Ich will dieses Rennen hier unbedingt einmal gewinnen. Das ist mein Ziel", sagte der größte österreichische Hoffnungsträger im ÖSV-Männer-Team auf den ersten Speed-Erfolg des WM-Winters. Kröll war auf der Stelvio 2008 Zweiter und 2011 Dritter.

"Auch wenn's extrem schwierig ist, ich fühle mich ganz gut da herunter. Man kann schon sagen, dass ich die Strecke im Griff habe", weiß Kröll, der die Tücken der Stelvio so beschrieb: "Die Stelvio lässt einen von oben bis unten nie aus, da hat man nirgends eine Ruh. Es gibt viele schwierige Kurven und jede Menge Unebenheiten, man wird immer von der gewünschten Linie geworfen."

Wie Kröll fuhr auch Puchner "relativ voll", um den Ernstfall zu simulieren. Das über die Sieglosigkeit der Abfahrer in dieser Saison diskutiert wird, lässt Puchner völlig kalt. "Die Stimmung im Team ist gut. Wir arbeiten ruhig weiter und wissen, dass wir jederzeit vorne reinfahren können", erklärte der 25-Jährige.

Hannes Reichelt glaubt allerdings nicht, dass er am Samstag im Kampf um den Sieg mitmischen kann. "Eine Top-Ten-Platzierung wäre toll", meinte der Salzburger über sein Ziel.

Statistisch scheint Bormio für die ÖSV-Herren wie gerufen zu kommen. Die Stelvio zählt zu den Paradestrecken der Österreicher, seit 1993 feierten sie dort in 21 Weltcup-Abfahrten 12 Siege. Acht davon waren sogar Mehrfach-Triumphe, wobei der Sechsfach-Erfolg 1998 die größte Sternstunde im WM-Ort 1985 und 2005 war.

Als doppelte Nummer eins geht aber Svindal ins Rennen. Der Norweger führt im Abfahrts-Weltcup mit 225 Punkten vor seinem Landsmann Kjetil Jansrud (139), im Gesamt-Weltcup ist er mit 614 Zählern vor dem Salzburger Titelverteidiger Marcel Hirscher (560) top.

 
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