Contador wegen Dopings für zwei Jahre gesperrt
Von Apa/ag. | Aktualisiert vor 107 Tagen

Contador muss erstmals Konsequenzen tragen. Bild: SN/apa (keystone)
Beim spanischen Radprofi war die verbotene Substanz Clenbuterol nachgewiesen worden, sein Sieg bei der Tour 2010 wird ihm ebenso aberkannt wie alle seither erreichten Resultate, u.a. der Gesamtsieg im Giro d'Italia 2011.
Auf den ersten Platz der Gesamtwertung der Tour de France 2010 rückt der Luxemburger Andy Schleck nach, der Giro-Sieg 2011 fällt dem Italiener Michele Scarponi zu. Während sein Landesverband der Argumentation Glauben geschenkt hatte, die Substanz sei über ein Steak in seinen Körper gelangt, entschied das CAS nach einem Einspruch in dem am Montag veröffentlichten Urteil anders. Der 29-jährige Fahrer des dänischen Teams Saxo Bank fehlt damit bei der heurigen Tour de France und den Olympischen Spielen in London.
Der 29-jährige Contador erfuhr in seiner Heimatstadt in Pinto im Beisein seiner Familie und der Anwälte von dem vernichtenden Urteilsspruch. "Er reagierte ruhig, aber verärgert", berichtete der spanische Verbandspräsident Juan Carlos Castano von einem Telefonat mit dem bestraften Profi. Contador denke nicht an Rücktritt, betonte sein Bruder und Manager Francisco. Der Radprofi selbst wird sich erst am Dienstagabend zum Urteil äußern.
Das dreiköpfige Richter-Gremium des CAS entsprach dem Einspruch des Weltverbandes UCI und der Welt-Anti-Doping-Agentur. Die höchste sportgerichtliche Instanz hob den Freispruch des Königlich Spanischen Radverbandes vom Februar 2011, der Contadors Version vom "verunreinigten Steak" gefolgt war, wieder auf. Es hätte keinen Beweis für eine Fleisch-Kontamination mit Kälbermastmittel gegeben, hieß es in der Urteilsbegründung.
WADA-Präsident John Fahey begrüßte das CAS-Urteil. "Dies ist eine angemessene Entscheidung des CAS, die die Effektivität des Welt-Anti-Doping-Codes bestätigt", betonte Fahey. "Das ist ein trauriger Tag für unseren Sport. Manche werden von einem Sieg reden, aber das ist nicht der Fall. Es gibt beim Thema Doping keine Gewinner", sagte UCI-Präsident Pat McQuaid. Der Ire hatte noch nach der überraschenden Einstellung des juristischen Verfahrens gegen den siebenfachen Tour-Sieger Lance Armstrong (USA) am Wochenende von einer besseren Zukunft für den Radsport gesprochen. Er durfte nur ganz kurz davon träumen.
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