Qualifying-Bestzeit für Vettel in Montreal
Von Gerhard Kuntschik | 10.06.2012 - 09:25

Überlegene Bestzeit für Vettel. Bild: SN/apa (epa)
MONTRÉAL (SN). Auch kurzfristige Änderungen an den Autos können Red Bull derzeit nicht aus der Fassung bringen. Sebastian Vettel dominierte Samstag die Qualifikation in Montréal mit einer Klassezeit von 1:13,784 und blieb damit als einziger Fahrer der "Top ten" unter 1:14. Hinter Lewis Hamilton (McLaren) und Fernando Alonso (Ferrari) startet Monaco-Sieger Mark Webber von Rang vier.
Nur eine Woche, nachdem die FIA klarstellte, dass der "löchrige" Unterboden des RB8 nicht mit dem technischen Reglement übereinstimme, musste Red Bull wieder Änderungen am Auto vornehmen: Diesmal waren es Einlässe in der Radnabe der Vorderräder, die heiße Luft von den Bremsscheiben nach außen lenken - mit einem angeblich positiven Einfluss auf die Aerodynamik, was wiederum nicht im Sinn des Reglements ist. Red Bull musste die Einlässe von innen verstopfen. "Keine große Affäre, das wird die Leistung unserer Autos nicht beeinträchtigen", hieß es von Teamseite, und man sollte recht behalten. Wieder wird davon ausgegangen, dass der FIA-Cheftechniker aufgrund von "Hinweisen" anderer Teams reagierte.
Rosberg (Mercedes) Massa (Ferrari), Grosjean (Lotus), di Resta (Force India), Schumacher (Mercedes) und Button (McLaren), der als einziger mit den härteren Reifen antrat, vervollständigen die Top ten. In der Startaufstellung ist die "Chefpartie" also unter sich, demnach scheint ein Außenseitersieg eher unwahrscheinlich. Doch Montréal hat schon viele "verrückte" Rennen erlebt.
In der ersten Qualifikationsphase schied neben den "üblichen Verdächtigen" der drei Neulingsteams Toro-Rosso-Youngster Jean Eric Vergne aus. Im zweiten Abschnitt blieben Kobayashi (Sauber), Räikkönen (Lotus), Hülkenberg (Force India), Riccardo (Toro Rosso), Perez (Sauber), Senna und Maldonado (beide Williams) hängen, die von den Plätzen elf bis 17 beginnen (falls nicht Veränderungen wegen Strafen folgen). Eine ungewollte Showeinlage der Sonderklasse lieferte Spanien-Sieger Maldonado, der in der letzten Runde auf dem Weg zu einer Top-Ten-Zeit in der gefürchteten Zielkurve einen spektakulären 360-Grad-Dreher fabrizierte, den Williams dabei aber von den Mauern fernhalten konnte.
Für das Rennen (Start Sonntag 20 MESZ) ist Schönwetter mit 25 Grad angesagt.
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