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Raubkunst: Sammler besitzt ein Haus in Salzburg

Neuer Aspekt im Fall der 1500 in einer Münchner Wohnung gefundenen Bilder: Der Sammler Gurlitt, bei dem etwa Kunstwerke von Picasso gefunden wurden, besitzt einen österreichischen Pass und ein Haus in Salzburg.

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Raubkunst: Sammler besitzt ein Haus in Salzburg

Der riesige Fund hält die Kunstwelt in Atem. Bild: SN/APA (dpa)/Marc Müller

Gurlitt hatte in Auktionshäuser in der Schweiz und Deutschland nach Informationen des "Focus" bereits seit Jahren Avantgarde-Bilder eingeliefert. Noch nach der Beschlagnahmung der 1.500 Bilder habe er die Gouache-Arbeit "Löwenbändiger" von Max Beckmann in das Auktionshaus Lempertz gegeben. Es stellt sich jedoch die Frage, warum die meisten Händler trotz des bekannten Namens von Gurlitt nicht nachhakten.

Im Fall Gurlitt will die Staatsanwaltschaft am Dienstag erstmals öffentlich Stellung nehmen. Noch ist offen, ob der 80-jährige Gurlitt die Bilder, sofern sie aus Museen stammen, vielleicht sogar behalten darf. "So moralisch unhaltbar die Verfolgung "entarteter Kunst" auch gewesen ist, aus juristischer Sicht kann keine Restitution verlangt werden", schreibt der Rechtsexperte Carl-Heinz Heuer.

Beschlagnahmungen aus Museen und der Verkauf der Werke waren demnach trotz aller Verwerflichkeit "Rechtsakte". Juristisch legitimiert wurde die Beschlagnahme auch aus privaten Sammlungen zudem durch das Einziehungsgesetz von 1938. Nach Kriegsende hatten sich die Alliierten gegen die Aufhebung dieses Gesetze entschieden, um Erwerbern auf dem Kunstmarkt Rechtssicherheit zu geben.

Im Linzer Lentos-Museum sieht man sich indessen vom aktuellen Fall unbetroffen. Zwar war Hildebrand Gurlitt, der Vater von Cornelius Gurlitt, mit dem Gründer der Linzer Neuen Galerie (heute Lentos, Anm.), Wolfgang Gurlitt, verwandt. Es hätten jedoch keine Geschäftsbeziehung bestanden, stellte der Linzer Kulturdirektor Julius Stieber gegenüber der APA fest - "nach heutigem Wissensstand".

 
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