Ungarischer Rechtsextremist Csurka gestorben
Von Apa | Aktualisiert vor 109 Tagen

Istvan Csurka 78-jährig gestorben. Bild: SN/apa (epa)
Der rechtskonservative Budapester Bürgermeister Istvan Tarlos (Fidesz) wollte Csurka jüngst zum Intendanten des "Neuen Theaters" (Uj Szinhaz) in der Hauptstadt machen.
Das löste einen Sturm der Entrüstung im In- und Ausland aus; die Ernennung wurde wieder zurückgenommen. Csurka galt auch als Doyen des ungarischen Antisemitismus.
Die in Europa viel kritisierten, umwälzenden Maßnahmen der rechtskonservativen Alleinregierung unter Premier Viktor Orban und seiner Fidesz-Partei wie Umfärbungen und Nationalismus haben die Kulturszene in Ungarn nicht ausgenommen. Die Kultur sei dabei "nur eine kleine Figur in einem großen Schachspiel", kommentierte das ein Theaterleiter gegenüber der APA Ende des Vorjahres. Der Regierung scheine es nicht einmal um die Ideologie zu gehen - sondern (fast) nur um Macht.
Statt Csurka wurde - trotz erneuter Proteste - der rechtsextreme Schauspieler und Csurka-Zögling György Dörner zum Theaterdirektor ernannt. Bürgermeister Tarlos ersuchte Dörner, auf die Mitarbeit von Csurka zu verzichten, weil sich Csurka trotz mehrfacher öffentlicher Verwarnungen in einer "nicht mit der europäischen politischen Kultur zu vereinbarenden Art äußert". Dabei sei er nicht gegen die Aufführung der "erfolgreichen Dramen", so Tarlos.
Der Dramatiker Csurka gründete in den 1990er Jahren die rechtsextreme Kleinpartei MIEP (Partei für Ungarisches Recht und Leben), die nicht im Parlament vertreten ist. Er plante laut Medienberichten die Umbenennung des "Neuen Theaters" in "Heimatfront-Theater".
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