Über 3000 Zivilisten 2011 in Afghanistan getötet
Von Apa/dpa | Aktualisiert vor 108 Tagen

Mindestens 30.000 Zivilisten wurden 2011 in Afghanistan getötet. Symbolbild: SN/epa
Die Menschen seien vor allem Opfer von am Straßenrand versteckten Sprengsätzen und von Selbstmordanschlägen geworden.
Auch am Sonntag starben wieder Zivilisten durch eine Autobombe. Bei der Explosion in der südafghanischen Taliban-Hochburg Kandahar wurden mindestens neun Menschen getötet und 19 weitere verletzt. Unter den Opfern seien fünf Polizisten, teilte die Provinzverwaltung mit. Bei zwei Toten handle es sich um Zivilisten. Die Explosion habe sich in der Nähe eines belebten Einkaufszentrums ereignet.
Den UNO-Angaben zufolge töteten im vergangenen Jahr regierungsfeindliche Gruppen wie die radikal-islamischen Taliban und das mit ihr verbündete Haqqani-Netz (Hakkani) 2.332 Zivilisten, ein Anstieg von 14 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei Einsätzen von Sicherheitskräften seien zudem 410 Zivilisten ums Leben gekommen, vier Prozent weniger. Durch die NATO wurden die meisten Zivilisten (187 Menschen) bei Luftangriffen getötet. Insgesamt seien 3.021 Zivilisten getötet worden.
Die wachsende Zahl getöteter Zivilisten untergräbt sowohl in Afghanistan als auch in den Vereinigten Staaten die Unterstützung für den von den USA angeführten Krieg. Er ist zudem eine der größten Ursachen von Spannungen zwischen Präsident Hamid Karzai und der internationalen NATO-Truppe ISAF.
Bei den Taliban wächst unterdessen die Zuversicht, nach dem Abzug der NATO-Truppen wieder die Oberhand zu gewinnen. Dies geht aus einem geheimen NATO-Bericht hervor, der sich auf die Aussagen gefangener Taliban-Kämpfer stützt. Allerdings bezweifeln Militärexperten, dass die Islamisten wieder zu alter Stärke zurückfinden können. Die afghanische Armee sei sehr viel größer und besser ausgestattet als noch in den 90er Jahren, als die Taliban die Macht in dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Land übernahmen.
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