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Welt | Politik

Kein Ende der Gewalt in Ägypten

Von Apa/ag. | Aktualisiert vor 106 Tagen

Ägypten kommt nach den tödlichen Krawallen nicht zur Ruhe. Wütende Demonstranten belagerten am Freitag den Sitz des Innenministeriums in Kairo, das aus ihrer Sicht für den Tod von 74 Menschen im Stadion von Port Said verantwortlich ist.

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Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften wurden in der Hauptstadt und in Suez insgesamt drei Menschen erschossen.
Revolutionäre Jugendgruppen haben unter dem Motto "Freitag des Zorns" zu Massenprotesten gegen den regierenden Militärrat unter Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi aufgerufen. Die Demonstranten werfen der Junta vor, sie wolle die Macht nicht an eine gewählte Regierung abgeben.
Vor dem belagerten Innenministerium kam es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Tausende Demonstranten warfen Steine auf das Gebäude im Stadtzentrum. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Protestierer ein, die sich immer wieder neu gruppierten. Bis Freitagmorgen hatte ein harter Kern der Demonstranten eine Betonbarriere beiseite geräumt und sich dem Ministerium genähert.
Später brach in einem Regierungsgebäude ein Feuer aus. Ein Gebäude der Steuerbehörden direkt gegenüber dem Innenministerium stehe in Flammen, berichtete das ägyptische Staatsfernsehen. Angaben zur Brandursache wurden nicht gemacht, Sicherheitskreisen zufolge waren aber kurz zuvor Unbekannte in das Gebäude eingedrungen.
Am frühen Freitagabend lieferten sich tausende Demonstranten weiter gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei. Nach Angaben von Sicherheitskräften stürmten bewaffnete Angreifer auch eine Polizeistation und befreiten Gefangene. Anschließend sollen die mit Maschinenpistolen bewaffneten Männer die Polizeistation in Brand gesteckt haben. Der Vorfall ereignete sich demnach im östlichen Stadtteil Al-Marg.
Jene zwei zuvor in Ägypten verschleppten US-Bürgerinnen sind nach Angaben aus Sicherheitskreisen dagegen wieder auf freiem Fuß. Die beiden Touristinnen seien am Freitag auf der Halbinsel Sinai entführt worden, einige Stunden später aber wieder freigelassen worden. Sie seien mit einer Reisegruppe vom Katharinenkloster im Landesinneren auf dem Weg zum Badeort Sharm el-Sheikh am Roten Meer gewesen, als Bewaffnete ihren Kleinbus angehalten hätten, hieß es in den Kreisen.



 

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