Konferenz zu Missbrauch in Kirche beginnt in Rom
Von Apa/ag. | Aktualisiert vor 107 Tagen

Die Kirche tagt in Rom zum Thema Missbrauch. Bild: SN/APA
"Heilung und Erneuerung" ist das Ziel des Treffens in der Päpstlichen Universität Gregoriana, zu dem am Montag über 100 Bischöfe aus aller Welt sowie Dutzende von Ordensoberen und Experten erwartet wurden.
Der Missbrauchsskandal hatte in den vergangenen Jahren vor allem in Europa und den USA die katholische Kirche in schwere Bedrängnis gebracht. Nun will die Kirche mit dem von der Jesuiten-Universität Gregoriana und dem Vatikan gemeinsam vorbereitete Treffen selbst ein Zeichen setzen: "Sie muss sich ihrer Verantwortung stellen", sagte der deutsche Jesuitenpater und Psychologe Hans Zollner, ein Mitorganisator der Konferenz, dem Radio Vatikan. Der Missbrauch sei verdrängt worden, man habe Opfer und Täter falsch behandelt und Schuld auf sich geladen, erklärte Zollner. Vermieden werden soll, das Problem nur aus europäischer und nordamerikanischer Sicht zu sehen. Deshalb hat der Kongress die gesamte Weltkirche im Blick.
Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, wollte über Richtlinien sprechen, die die Bischofskonferenzen sich für den Umgang mit sexuellem Missbrauch geben sollten. Seiner Behörde müssen alle Missbrauchsfälle der Weltkirche gemeldet werden. Hilfestellung erwarten die versammelten Kirchen- und Ordensleute auch von unabhängigen Experten aus Medizin, Medien, Politik und Theologie. Diese sollen am Ende der Konferenz ihre Eindrücke von der versuchten Aufarbeitung schildern. Aus Österreich nimmt der St. Pöltner Diözesanbischof Klaus Küng an der bis 9. Februar dauernden Tagung teil.
Auch den Opfern sexueller Gewalt will man Gehör verschaffen. So soll die Irin Marie Collins über ihre Erfahrungen mit dem Missbrauch berichten.
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