Israels Ex-Premier Shamir 96-jährig gestorben
Von Apa/dpa/ag. | 01.07.2012 - 16:36

Vom Terroristen zum Politiker. Bild: SN/apa (archiv/epa)
Shamir sei "ein Vorbild an Loyalität gegenüber dem Land Israel und den ewigen Werten des jüdischen Volkes", hieß es in einer Erklärung des Regierungschefs. Die Anfänge Shamirs kann Netanyahu damit allerdings nicht gemeint haben. Denn Shamir hatte zu den steckbrieflich gesuchten Führern der sogenannten Stern-Bande gehört, einer Terroristengruppe, die im September 1948 in Jerusalem den Beauftragten der Vereinten Nationen Graf Folke Bernadotte von Wisborg ermordete. Der Neffe des schwedischen Königs und Präsident des Schwedischen Roten Kreuzes wurde zusammen mit seinem französischen Begleitoffizier Oberst André Serot erschossen. Die radikalzionistische paramilitärische Untergrundorganisation kämpfte gegen die britische Mandatsmacht.
Der 1915 in der Kleinstadt Ruzinoy (heute in Weißrussland) geborene Shamir war Mitte der 1930er-Jahre in das damalige britische Mandatsgebiet Palästina ausgewandert. Dort kämpfte er zuerst in der jüdischen Untergrundorganisationen Irgun Zvai Leumi, von der sich die Stern-Gruppe abspaltete. Die Irgun verübte unter anderem das Massaker von Deir Yassin, einer Ortschaft im Nordwesten von Jerusalem, am 9. April 1948, mit dem die arabische Massenflucht ausgelöst wurde: Bei dem Überfall wurden mehr als 250 arabische Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, niedergemetzelt. Befehligt wurde das Massaker vom nachmaligen israelischen Premier und Friedensnobelpreisträger Menachem Begin, dem Amtsvorgänger Shamirs.
Shamir arbeitete nach der israelischen Staatsgründung von 1948 an zunächst als ranghohes Mitglied des Auslandsgeheimdienstes Mossad. 1974 zog er erstmals als Abgeordneter der rechten Likud-Partei ins Parlament ein. Er war zweimal israelischer Regierungschef von 1983 bis 1984 und erneut von 1986 bis 1992. Außerdem hatte er auch andere Regierungsposten wie den des Außenministers inne.
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