Islamisten kontrollieren gesamten Norden Malis
Von Apa/ag. | 12.07.2012 - 14:21

Islamisten eroberten auch Timbuktu. Bild: SN/apa (epa)
Unterstützt von schwerbewaffneten heimkehrenden Tuareg-Söldnern, die zuvor für den langjährigen libyschen Machthaber Gaddafi gekämpft hatten, haben die Tuareg im Jänner in Nordmali einen Aufstand gestartet. Dabei hatten sie rasch die schlecht organisierte und demotivierte malische Regierungsarmee überrannt. Unzufriedene Soldaten hatten daraufhin im März gegen die Regierung von Präsident Amadou Toumani Touré geputscht. Die rebellierenden Tuareg und Islamisten nutzten das Machtvakuum nach dem Sturz des Präsidenten aus und eroberten binnen kurzer Zeit mehr als die Hälfte des Landes.
Die islamistische Organisation Ansar Dine ("Verteidiger des Glaubens") und die "Bewegung für Einheit und Jihad in Westafrika" (MUJAO) kämpften offenbar zunächst an der Seite der Tuareg. Die MNLA drängte die Tuareg jedoch in den vergangenen Wochen immer weiter zurück. Die Ideologien und Ziele beider Seiten sind unvereinbar: Während die Tuareg für einen eigenen Staat Azawad in ihrem angestammten Gebiet kämpfen, wollen die Islamisten in ganz Mali das islamische Recht, die Scharia, einführen.
Die Islamisten zerstörten in den vergangenen Wochen mehrere zum UNESCO-Weltkulturerbe zählende muslimische Heiligtümer in Timbuktu. Nach Ansicht der Islamisten verstößt die Verehrung der Heiligen gegen den Islam, der den Gläubigen gebietet, allein Allah zu verehren. Im Volksglauben der Region spielen die Heiligen aber eine wichtige Rolle als Beschützer der Stadt.
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